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Donnerstag, 17. Juli 2014

Endlich!

Endlich, nach über einem halben Jahr, habe ich meine Fernsehsocken zu Ende gestrickt. Das ging nie, da ich nie die passende Wolle hatte, mir fehlte nämlich immer ein bisschen braun. Auch jetzt habe ich die passende Farbe nicht, aber ich habe einfach etwas genommen, das dem am nächsten kommt.


Und mein zweiter Pulli ist auch seit einigen Tagen fertig. Mit Kapuze. Die habe ich zuerst falsch gestrickt, also musste ich alles wieder öffnen. Als ich das dann richtig gemacht habe, habe ich um die 8m Band gespart, das wurde dann dazu benutzt, um das Bändchen zum Strammziehen der Mütze, zu flechten. Und achtet mal auf die Knöpfe. Das sind keine normalen Knöpfe, die sind aus Schafshorn. Nach einem Jahr auf einer isländischen Schafsfarm müssen auch passende Knöpfe her.


Und zur Information, etwas, wo der titel nur halb passt. Die nächste Nacht ist meine letzte Nacht hier auf der Farm. So schnell kann ein Jahr vergehen. Ab morgen Nachmittag bin ich dann in Reykjavik und werde da sechs Tage verbringen, mal sehen, ob ich in der Zeit noch etwas schreiben kann. 
Mein Fazit zu dem Jahr kommt auch erst wenn ich wieder in Deutschland bin. Ich glaube, es ist das Beste, wenn ich ein bisschen Abstand habe, um das zu schreiben.

Sonntag, 6. Juli 2014

Wieder ein Geburtstag

Am Mittwoch war Berghildurs 10. Geburtstag.
Berghildur und auch Ásgerður, damit sie nicht bis zu ihrem Geburtstag im August beleidigt ist, haben jeweils ein Tablet-PC zum Geburtstag bekommen. Das war natürlich der Hit. Die saßen den ganzen Vormittag davor und zum Mittag habe ich dann gesagt, dass jetzt genug ist.

Der Geburtstag war ganz entspannt. Am Vormittag, als die Kids dann aufhören sollten, haben wir alle zusammen den Kuchen fertiggemacht, es sollte ein Pferdekuchen werden. Es wurde ein zweiter Kuchen gebacken und eine Pizza sollte auch noch gemacht werden.

Ich habe dann die Bilder für die Schnitzeljagd verteilt. Also es gab ein Bild zu einem Gegenstand und dort war das nächste Bild versteckt. Berghildur wollte erst eine Karte von der Farm ausdrucken und dann darauf Kreuze malen. Das fande ich aber etwas zu einfach. 
Das eine Bild hat ein Rundballen gezeigt. Als ich das Bild gestern gemacht habe, gab es nur ein Feld mit Rundballen. Ich kann ja nicht ahnen, dass sie am Morgen das Gras schneiden und sofort Ballen machen. (Es sollte ein Unwetter kommen, aber das ist bei uns vorbei gezogen, dafür gab es in anderen Teilen des Landes sehr starker Wind und sehr viel Regen. Sogar Überflemmungen.) Da war dann die eine Gruppe leicht verwirrt. Dann waren sie auf dem richtigen Feld, sind aber nicht durch das Tor gegangen, sondern über den Zaun geklettert. Vom Tor war der Ballen nämlich zu sehen, aber nicht von der Stelle, wo sie waren. Da bin ich dann hingefahren und hab ihnen gezeigt, wo sie denn am besten suchen sollen. Und bei der anderen Gruppe gab es ein Foto mit zwei Strichen. Da brauchten sie auch erst Tipps, um darauf zu kommen, dass es zwei von vier Strichen vom Kreuz in der Mitte des Trampolins sind.
Am Freitag habe ich Probe gepackt. Ich weiß, dass ich zu viel Krams habe und deswegen was per Paket wegschicken muss. Aber was? Ich hatte dann zwei Pakete und in beiden Koffern noch etwas Platz. Aber in den riesigen Koffer kann man in den Deckel noch Kleidung packen. Also kamen da die ganzen Pullis rein, jetzt habe ich nur noch ein Paket. Das sind ja auch nur noch drei Wochen, bis ich in Deutschland bin. Das ist ja nichts. Wo ist denn das Jahr geblieben?

Ich hab jetzt auch wieder etwas mehr zu tun. Der Kindergarten hat nämlich jetzt Sommerferien seit Freitag. Jetzt habe ich also Dagbjört wieder den Tag über. Nur die beiden Älteren war ja auch langweilig.
Und mein Pulli macht auch schon große Fortschritte. Sirry hat ihn jetzt letztens aufgeschnitten, damit ich ihn als Jacke benutzen kann und jetzt bin ich dabei dien Mütze zu stricken. Das ist aber vielleicht langweilig.

Dienstag, 1. Juli 2014

Familienausflug

Am Wochenende gab es einen Familienausflug, und zwar mit den ganzen Angehörigen von Sirrys Großeltern. Und, wer es nicht wissen sollte, die Isländer haben mehr als drei Kinder. Gerade in den letzten Jahren, so hat Júli sechs weitere Geschwister und Sirrys EINE Tante hat ZEHN Kinder!! Und das bei bloß einer Mutter. Gesamt hätten wir dann bei dem Ausflug auf 70 Leute kommen müssen. Wir waren aber nur ca. 30.

Wir waren nahe dem Mývatn, aber an einem kleineren See. Wir haben dann den Wohnwagen mitgenommen, den wir auch am Wochenende vorher hatten. Man hätte aber auch im Haus schlafen können.



Am Samstag hatten alle ein bisschen Zeit was zu unternehmen am Nachmittag, bevor man mit den Kindern einen Wettbewerb gemacht hat.

Am Vormittag sind wir dann zum See gegangen und sind ein bisschen Tretboot gefahren. Júli hat geangelt und gleich fünf Fische genagelt. Damit war das Mittagessen auch gerettet und es gab gegrillten Fisch.



Wir sind dann zu Grenjaðastaður gegangen, dort ist ein Haus, wie sie früher üblich waren. Das Haus, das wir besichtigt haben, war wirklich groß. Bestimmt dreimal so groß, wie durchschnittliche Häuser zu der Zeit.
Was ich wirklich beachtenswert finde, ist, dass es dort vor der Reformation eine Kirche gab, die dem Heiligen Martin geweiht war. Ihr gehörte eine Altardecke mit 12 Szenen aus dem Leben des Heiligen. Die sind jetzt im Louvre in Paris.


das Dach
klitzekleine Tür/Luke




Danach ging es zum Goðafoss. Einer der drei Wasserfälle, die man in Island gesehen haben muss. Wir sind da auch nur hin, weil ich unbedingt wollte.



Wieder beim See ging es dann an den kleinen Wettbewerb für die Kinder.

Orangen zwischen den Stirnen
der Kleiderbügel sollte eigentlich zwischen den Beinen
Abend haben wir dann wieder gegrillt. Und, man kann es glauben oder nicht, das erste Mal seit 11 Monaten mit Kohle und nicht mit Gas.


Am Abend gab es dann kleine Spielchen für die Erwachsenen.

mit der Banane die Orange über das Ziel bekommen
Ich bin abends noch vor den Kids ins Bett gegangen. Aber ich kann in dem Wohnwagen auch nicht schlafen. Vor allem haben Dagbjört und ich uns ein Bett geteilt und wenn sie wach wird, werde ich auch wach.

Am Sonntag sind wir nicht mit Sirry und Júli nach Hause gefahren, sonder mit Gréta, Sirrys Schwester. Sie war halt auch bei dem Familienausflug und Sirry und Júli mussten noch weiter in den Westen, um was zu erledigen.
Wir sind dann auf dem Rückweg in Ásbyrgi angehalten, einer Schlucht, die eine Hufeisenform hat. Es heißt, das dort Odins achtbeiniges Pferd die Erde berührt hat. In dieser Schlucht ist ein kleiner See, zu dem sind wir gelaufen und haben später gepicknickt.



Montag sollte ich Dagbjört in den Kindergarten fahren und wollte dafür halt um 7:00 Uhr aufstehen. Aber ich war so müde, weil ich am Wochenende so wenig geschlafen habe, dass ich meinen Wecker nicht gehört habe. Und plötzlich höre ich Dagbjört durch das Babyphone sprechen. Verdammt. Wie spät haben wir es denn, wenn sie jetzt wach ist? Es war zum Glück erst 8:00 Uhr, aber um diese Zeit fängt auch der Kindergarten an. Also hat Dagbjört bloß eine Banane zum Frühstück bekommen, die konnte sie dann im Auto essen. Im Kindergarten kriegt Dagbjört nämlich auch nochmal Früshstück.

Und gestern Abend kamen zwei Mädchen aus Egilsstaðir, die jetzt einmal um die Insel trampen wollen. Die eine hätte am liebsten bereits gestern, am ersten Tag, schon aufgegeben. Dabei durften sie sogar drinnen schlafen. Die Kids wollten nämlich unbedingt zelten. Heute Mittag sind die beiden dann wieder abgereist, so habe ich jetzt genug Zeit, Berghildurs Geburtstagskuchen zu machen und das Haus etwas aufzuräumen. Wir haben nämlich heute spontan beschlossen, das ihre Freunde morgen, also genau an ihrem Geburtstag, kommen sollen.

An meinem Peysa bin ich auch steckengeblieben. Alles was ich alleine machen kann, habe ich gemacht und jetzt brauche ich die Hilfe von Sirry. Jetzt muss der Peysa nämlich aufgeschnitten werden, und die zwei Reihen, die auf dem Peysa liegen, müssen rangenäht werden. Das sind nämlich die Knopfleisten.


Donnerstag, 12. Juni 2014

Dagbjört und Kjartnabrik

Kjartnabrik, ich bin mich nicht sicher, wie das geschrieben wird, ist das Lamm, das einem immer folgt, siehe letzter Post. Dieses Lamm durfte vor ein paar Tagen mit einem Schaf und einem anderen Lamm auf die Wiese. Das war so süß, wie es da herumgehüpft ist.
Heute meinte Júli dann, er habe ein neues Kind für mich zum aufpassen. Okay... Wie sich das herausgestellt hat, war das Kjartnabrik, was übersetzt so viel wie "verrückter Stock" bedeutet. Die kleine Halunkin ist durch den Zaun gerannt, als Juli gerade dabei war, zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Und hat ihn auf Schritt und Tritt verfolgt. Als er dann zum Mittagessen ins Haus wollte, wäre es ihr fast gelungen, sich auch durch die Tür zu quetschen. Stattdessen hat sie aber so lange davor gewartet, bis Júli das Haus wieder verlässt. Das war so lustig und knuffig.

Dagbjört hat die letzten Tage immer rungezickt, wenn sie in den Kindergarten sollte. Und das bereits Zuhause. Vor allem wenn man ausschlafen darf, ist das nicht so schön, um 7:30 Uhr geweckt zu werden. Gerade jetzt, wo die beiden älteren Mädels für 1,5 Wochen bei den Großeltern sind, ich also jetzt frei habe. Aber seit gestern heult Dagbjört nicht mehr, wenn sie los soll. Sirry gibt ihr wohl jeden Morgen den Schnuller, damit sie sich abregt und den Kindergarten vielleicht mit etwas Positiven verbindet. Was weiß ich. Auf jeden Fall habe Dagbjört sich nach dem Frühstück den Schnuller geschnappt und meinte "Kindergarten, Kindergarten". Jetzt kann ich endlich ausschlafen.

Als die beiden Älteren gestern gefahren sind, meinte ich dann, dass sie zu meinem Geburtstag ja gar nicht wieder da sein würden. Da waren sie kurz davor gewesen, die Reise abzusagen. Und Berghildur hatte ein ganz schlechtes Gewissen. Auch als sie in Norwegen mit Sirry waren, hatte Berghildur schon ein schlechtes Gewissen, da sie über mein einziges isländisches Osterfest nicht da waren.
Zum Glück habe ich sie nicht an die andere Sache erinnert. An meinem Geburtstag kommt nämlich die Kronprinzessin von Schweden nach Húsavik, was ca. 1,5 Stunden entfernt ist. Und da wollten die unbedingt hin. Und deren Lieblings-Theatergruppe kommt am 16.6 nach Þórshöfn. Das dürfen die gar nicht wissen, das die kommen. Aber Sirry meinte, sie alle würden dann im Sommer nach Húsavik fahren und sich das nochmal anschauen, so wie letztes Jahr (Húsavik Theater).

Übrigens macht mein Peysa (Pulli) schon große Fortschritte: Den Bauch habe ich schon fertig und den einen Ärmel zur Hälfte. Bei meinem Bauch-Teil habe ich aber ein kleinen Fehler gemacht. Ich habe die Stricknadeln einmal verkehrt herum gehalten. Ich habe zwar rechts gestrickt, es sieht aber so aus, als habe ich links gestrickt. Sooo schlimm ist es nicht. Bei den Ärmeln habe ich das dann absichtlich gemacht, das ich eine Runde links stricke, damit es halt zum Bauch-Teil passt. Aber da sieht das ein bisschen sch*** aus. Aber was solls. Ich finde es trotzdem sehr schön.

Sonntag, 8. Juni 2014

Verschiedenes

Jetzt gibt es erst einmal ein, man kann es schon fast Monatsbericht nennen. Es sind immer nur so Kleinigkeiten passiert, da hat es sich kaum gelohnt, für jeden ein einzelnen Post zu machen, daher jetzt alles etwas zusammen.

Wir haben bei uns im Stall ein Schaf, das bei der Geburt fast blind war. Deswegen wurde es von der Mutter abgestoßen. Dieses Lamm kann jetzt wieder sehen, und es rennt einem immer hinterher. Vor allem, wenn es hungrig ist. Und Dagbjört will es immer füttern. Die dreht komplett durch, wenn sie das machen darf.





Ich war mit Ásgerður und Berghildur letztens am Meer. Sie haben dort Gänseküken gesucht. Sie hatten schon drei gefunden, an einer anderen Stelle: eins ist kurze Zeit später verschwunden. Das zweite ist dann am Donnerstag gestorben. Die haben vielleicht geheult. Wäre der Hund oder die Katze gestorben, hätte ich das ja verstanden, aber Küken, die die erst für zwei Tage haben, da fand ich das etwas übertrieben. Aber die hatten auch keine Heizlampe, da ist das doch klar, das die nicht lange überleben. Das dritte Küken ist dann auch am Freitag gestorben. Da haben sie nicht geweint, denn Júli hat gedroht, wenn die nochmal deswegen so viel weinen, bringt er die nächsten Küken, die sie finden, sofort um.
Zur Zeit brüten dort Küstenseeschwalben, Krias. Die können sehr wütend werden uns picken dann gerne auf deinem Kopf rum. Daher sind wir die ganze Zeit mit einem riesen Stock in der Hand rumgelaufen.
Irgendwie war das Wasser sogar weniger. War das Ebbe? Eigentlich gibt es nur in den Westfjorden Ebbe und nicht hier bei mir.





Wir haben um die 14 Eier gefunden.
Aber zur Sicherheit keins mitgenommen.
Das Wetter ist jetzt echt schön. Nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt. Ich habe dann letztens die Zeit genutzt,  in der Dagbjört im Kindergarten war, und unserer Terrasse einen neuen Anstrich zu geben. Als Sirry dann mit Dagbjört wiedergekommen ist, hat sie Eis gekauft und wir haben uns dann schön auf den Rasen gesetzt und Eis gegessen. Die Kids meinten, das wäre das erste Mal gewesen, das sie Eis in Schüsseln draußen gegessen haben.

Jetzt wo Dagbjört im Kindergarten ist, habe ich viel Zeit zu stricken. So habe ich ein Paar Socken für mich gestrickt und bin seit letztem Mittwoch dabei, mir meinen zweiten Pulli zu stricken. Diesmal ist der zum Aufknöpfen und mit Hut. Eigentlich hätte er auch Taschen haben sollen, aber Sirry hat das noch nie gemacht, weswegen wir den Schritt überspringen.

Hätte ich die Hacken und Zehen auch blau gemacht,
hätte ich bestimmt nur ein Knäuel Rot gebracht. 
Erst wird Hin-und zurück gestrickt, dann rund, wobei
in der Mitte zwei Maschen links gestrickt werden.
Dort wird der Peysa später aufgeschnitten.


Mittwoch, 2. April 2014

Frühling!!

Es ist kaum zu glauben. Vorletztes Wochenende hatten wir das komplette Schneechaos und letzten Sonntag konnte man auf T-Shirt auf der Terasse sitzen. Aber nur, wenn es windstill war.
Das Thermostat zeigt nämlich immer noch nur knappe 5°C an. Trotzdem sind die Fliegen schon wieder da. Aber sehr seltsame Fliegen. Sie nerven erst ein bisschen und sterben dann. Sind aber größer als Eintagsfliegen. Aber was Sirry mir so gesagt hat, ist es nicht unwahrscheinlich, das es bald wieder weiß wird. Dann sterben ja auch die Fliegen wieder.

Wieder zum Wochenende. Wir waren am Samstag bei dem Wetter schön am Strand und ich saß den ganzen Sonntag draußen. Als ich dann mein Buch zum 10. Mal beendet hatte, habe ich dann an Papas Socke weitergestrickt. Meine erste Socke. Ich hoffe, sie ist nicht zu klein. Die andere Hälfte ist auch schon in Arbeit.

Schlicht blau. Ich wollte erst noch Sterne
oder Schneeflocken drauf machen.
Diese Wolle hällt wirklich warm. Falls Papa an kalten Tagen jagen gehen sollte.
Ich habe mir auch schon einen zweiten Pulli rausgesucht, den ich machen möchte. Der ist aus der selben Wolle. Den Pulli den ich jetzt habe, ist aus "leichter", also dünner Wolle. Der ist auch nur so warm, weil er kratzt und man deswegen noch etwas anderes drunter anziehen muss. ;)

Ich war gestern am Eier auspusten. In Island gibt es nur Schokoeier und keine echten angemalten. Dazu an Ostern mehr.
Auf jeden Fall wollte ich mit den Kids welche anmalen und bei dem einen Ei wurde ich etwas misstrauisch, als ich das Loch reingestochen habe. Normalerweise ist das Loch gelb, dieses war schwarz. Als ich es dann ausblasen wollte, kam da etwas zähflüssiges rotes raus. Ich glaub, das war ein Küken. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, das ich das Ei nicht aufgeschlagen habe.


Freitag, 24. Januar 2014

Mein erster Peysa und mehr

Ich habe endlich meinen ersten Peysa fertig. Nachdem ich in den letzten Tagen nur ein bisschen gestrickt habe, um nicht sofort fertig zu werden, haben Sirry und ich gestern Abend doch den letzten Schritt gemacht,
das Loch unter den Ärmel wurde zugenäht.
Ein Tag vorher habe ich die Maschen am Hals angekürzt. Sirry meinte, ich solle das sehr lose machen und ich habe mein bestes gegeben. Nichts desto trotz ist es sehr eng geworden. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes einen Dickschädel. Aber für Sirry war das Loch auch viel zu klein und sie meinte, sie hat einen kleinen Kopf. Aber das leiert mit Sicherheit auch noch aus.

Meine Fernsehsocken sind übrigens immer noch nicht fertig. Mir fehlt nämlich etwas Wolle und ich will nicht eine Farbe nehmen, die überhaupt nicht passt.

Mein Peysa ist aus Lopi-Wolle gemacht. Typisch isländische Wolle. Warm und wasserabweisend. Das Problem: Sie kratzt. Vor allem am Hals. Aber da gewöhnt man sich hoffentlich dran.


Während wir gestern wunderschönes Wetter hatten, viel Sonnenschein und 2°C, lag heute früh viel Schnee und es ist jetzt echt kalt und windig. 
Der Schnee wird jetzt auch komplett verweht.


bei 2°C wird die Wäsche draußen aufgehangen

Samstag, 18. Januar 2014

Fohlenschau

Heute war bei uns auf dem Hof eine Fohlenschau. Wir haben glaube ich die einzige Reithalle, daher bei uns.

Also wie bewertet wird, verstehe ich nicht so ganz. Auf jeden Fall, ob die Fohlen von selbst tölten oder nicht. Aber auf das Aussehen wird nicht geachtet. Die Fohlen waren alle so schwarz. Ein Junge saß auch in der Jury.

Ich wollte Fotos machen, doch die waren alle so verwackelt. Selbst mit der Funktion, mit der ich Bewegungen von Kindern und Tieren aufnehmen kann, waren sie beinahe verwackelter als im Auto-Modus. Also habe ich kleine Filme gemacht und am Computer dann Szenen ausgeschnitten. Blöd nur, das ich vergessen habe, mein Akku aufzuladen und die Kamera dann beim filmen ausgegangen ist.


Ein weißer L200 in Island. Viel Spaß beim Waschen!


Mit meinem Peysa bin ich auch schon richtig weit. Er nimmt langsam Gestalt an.
Als ich ihn gestern fotografiert habe, habe ich gemerkt, das sich das Verbindungsteil gelöst hat. Ich habe nämlich Nadeln, bei denen ich das Band in unterschiedlichen Längen drandrehen kann. Und jetzt habe ich das längste und das kürzeste Band zusammengemacht. Nur das Verbindungsstück war nicht richtig geschlossen. Das war vielleicht eine Arbeit, die zwanzig Maschen wieder auf die Nadeln zu bekommen, da es mitten in der Reihe war und sich einige gelöst haben.
Heute habe ich dann gemerkt, das sich zwei Reihen zuvor ebenfalls eine Masche gelöst hat. Das musste Sirry dann retten, denn ich wusste nicht wie.


Loch zwischen Bauch und Ärmel.
Wird später zugenäht.
Das Problem bei meinem Peysa war, das ich zu lange Arme und einen zu langen Oberkörper im Vergleich zu meiner schmalen Brust habe. Somit konnte ich mich an die Maschenanzahl halten, aber nicht an die Länge. Ich glaube, den Bauch-Teil habe ich auch viel zu lang gestrickt.

Die Fotos sind von gestern. Jetzt bin ich beim Muster auf der Brust. Da habe ich die erste von sieben Farben, die Grundfarben schwarz und weiß ausgenommen, schon fertig. Ob ich ihn morgen wohl fertigstelle?

Samstag, 11. Januar 2014

Ein überfälliger Post!

Dieser Post wird wirklich lang und ist wirklich überfällig.
Schuld ist aber nicht meine Faulheit. Vor 1,5 Wochen ist nämlich ein Sendemast zugefroren, so das er umgefallen ist. Damit war unser Internet futsch. Fernsehen hatten wir aber zum Glück noch. Irgendwie merkwürdig. Auch merkwürdig, dass die in Þórshöfn glaube ich Internet hatten. Eigentlich hätten wir gestern Abend wieder online sein müssen. Dafür wollte jemand vorbeikommen. Wir haben bei uns aber keinen gehört. Daher hat Sirry heute früh die Neuanmeldung selber durchgeführt.

Am 1.1. kam im Fernsehen der Film "Ziemlich beste Freunde". Ich habe mich so auf den Film gefreut. Blöd nur, das die Originalsprache Französisch ist und meine letzte Französisch-Stunde drei Jahre her ist. Und soviel konnte ich von den isländischen Untertiteln auch nicht verstehen. Dazu kam, dass ich angefangen habe, meinen isländischen Peysa (Pullover) zu stricken an diesem Abend und ich die Maschen zählen musste, während Ásgerður ständig geredet hat, da sie noch nicht so schnell lesen kann und fragen wollte. Da wurde ich ein bisschen zickig. Am nächsten Tag musste ich mit meinem Peysa neu anfangen, da ich mich tatsächlich verzählt hatte.

Maria wollte eigentlich ja erst Ende Januar nach Deutschland fliegen. Jetzt ist sie aber schon gestern geflogen. Da wollte ich natürlich mit bis nach Reykjavik. Am Samstag haben wir uns die Preise für den Flug angeschaut und es war teuer, aber akzeptabel. (Maria hatte Internet.) Da wir ja kein Internet hatten, sollte Sirry den bei der Arbeit buchen. Da wurde es aber über zwei Tage so teuer, das ich am Ende beinahe 300€ für hin und zurück hätte bezahlen müssen. Nein Danke!!

Wer gedacht hat, das Weihnachten am 26.12. zu Ende ist, hat falsch gedacht. Schließlich müssen die 13 Weihnachtsmänner auch noch wieder in die Berge. der Letzte geht also in der Nacht zum 6. Januar. Dann ist Weihnachten zu Ende. Traditionell gibt es dann nochmal ein Feuer und Feuerwerk, wie zu Silvester. Da es in Þórshöfn aber zu Silvester ein Feuer gab, halt nicht am 6.1., da sie so viel Holz halt auch nicht haben und so viel Geld um mehr Feuerwerk zu kaufen. Schade!

Am 7.1. haben Dagbjört und ich dann gemeinsam die Weihnachtsdeko im ganzen Haus eingesammelt. Da ist wirklich einiges zusammengekommen.

Dadurch, das wir kein Internet hatten, habe ich schon sehr viel von meinem Peysa geschafft. Der langweilige Bauch ist fertig und der erste Ärmel beinahe. Für den Ärmel musste ich halt auch mit vier Nadeln rundstricken und ich hatte zuerst keine Ahnung, wie ich das halten sollte und Sirry fand das so lustig. Für sie war das das Einfachste und so Selbstverständlich, für mich eben nicht.



An Marias letztem Abend vorgestern sind wir dann in die Bar gegangen und haben Bananenpizza gegessen. Das wäre doch auch was für dich, Sönke, oder nicht? Diese Mischung aus süß und pikant war recht gut. Ich habe es mir ein bisschen schlimmer vorgestellt. Aber man hat die Bananen halt auch nicht ganz so intensiv geschmeckt.


Am Abend kam dann ein Bericht über das isländische Reiten, vor allem Tölt. Das eine Bild hat dann auch ein Pferd auf einer weißen Fläche gezeigt. War das etwa Eis? Die reiten doch nicht auf Eis! Als dann aber zwei Menschen reingeschlittert sind, wusste ich, das es wirklich Eis war. Eis-Tölt. Die Pferde waren so sicher.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Weihnachten in Island

Am 24.12. ist die ganze Familie zu Marias Gastfamilie gegangen. Dort haben wir traditionell Milchreis gegessen. In dem Milchreis, ein riesen Topf, da wir um die 15 Leute waren, gab es eine einzige Mandel. Und wer diese Mandel im Milchreis findet, man versucht es so lange wie möglich sie zu verstecken, bekommt ein "Mandelgeschenk". Dieses Jahr war es eine Packung Pralinen. Sie ging allerdings nicht an uns.

den Topf schön leer gefuttert
Gegen 17:00 Uhr habe ich dann meine Familie mit einem Anruf überrascht. Es war "nur" eine halbe Stunde. Danach lag ich für einige Minuten heulend im Bett.
Dann wurde sich fertiggemacht, denn um Punkt 18:00 Uhr fing Weihnachten an. Wir haben es mit Glockengeläut im Radio eingeläutet.

Es gab Rjúpa (Schneehuhn) mit karamellisierten Kartoffeln und mit braunem Zucker karamellisiertem Kohl. Das war wie erwartet extrem süß. Und nicht so unbedingt mein Geschmack. Zum Glück gab es auch noch richtige Kartoffeln.
vorne rechts die karamellisierten Kartoffeln
neben der Hand der karamellisierte Kohl
vor den Kerzen die Schneehühner
Nach dem Nachtisch und nachdem die Küche aufgeräumt war, wurden die Geschenke unter den Baum gelegt. Irgendwann meinte Júlíus dann, das wären alle. Doch meine Geschenke von Mama waren noch nicht mit dabei. Die hat Sirry woanders gelagert.

Wir haben uns dann alle auf das Sofa gesetzt und Júli hat uns dann die Pakete gereicht. Schade, das die Kids die nicht selber nehmen konnten.


Ich habe drei Kerzen bekommen, von Mama einen Pulli und eine neue Kugel für meine Kette. Meiner Gastfamilie hat sich ein großes Geschenk überlegt. Von der einen bekomme ich ein Maßband, von der nächsten ein Tester, welche Größe die Nadeln haben, dann ein riesen Nadel-Set mit allen Nadelgrößen (also wenn du noch mal eine Größe brauchst, Oma, die du nicht hast, melde dich) und ein Wolle-Gutschein für meinen ersten isländischen Peysa (Pullover).
Ich habe noch Handschuhe vom "Weihnachtsmann" bekommen und ich habe keine Ahnung wer das ist. Wir dachten erst, Júlis Eltern, aber von denen sind die nicht. Auf jeden Fall sind sie ein klitzekleines bisschen zu klein.

Von meinen Verwandten väterlicher seits habe ich ein Foto bekommen und ich habe so angefangen zu weinen.

meine ganzen Geschenke
den Peysa, den die Frau hat, möchte ich machen
dafür bekomme ich die Wolle von Sirry
Dagbjört hat ein Steckenpferd bekommen, aber verstanden hat sie es nicht. Sie hat immer am Ende angefasst und es vor sich hingeschoben.

Nach der Bescherung wurden die Weihnachtskarten gelesen. Die eine Weihnachtskarte kam nicht von Tabea, sondern von Michelle. Danke! :)

meine gesammelten Karten
Um 22:00 Uhr wurde dann ein Gottesdienst im Fernsehen übertragen. Dieses Jahr war es in der Kirche von Hvanneyri, der ehemaligen Heimatstadt der Familie. Sie haben also ihre ganzen Freunde gesehen und Ásgerður fing deswegen auch an zu weinen.

Was macht Júli? Der findet Kirche so langweilig, dass er sich mitten in der Messe an den Computer setzt und Onlinespiele spielt. An Weihnachten!

Also irgendwie kam die weihnachtliche Stimmung ein bisschen zu kurz. Gerade während des Auspackens und des Fernseh-Gottesdienstes.
Während des Auspackens hat Sirry immer mitgeschrieben, was von wem kommt. Das hat es so hektisch gemacht.

Ásgerður hat von mir das Spiel "Twister" bekommen. Sie wollte in der Nacht gar nicht mehr aufhören zu spielen.


Gestern bin ich aufgewacht und wollte lesen und plötzlich geht nach zwei Minuten der Strom aus. Sirry hat mich am Tag vorher schon gewarnt, dass das passieren kann. Unsere Stromleitungen sind nämlich wohl überirdisch und wenn sie zufrieren ist der Strom weg. Nach kurzer Zeit war er aber wieder da.

Zum Frühstück gab es im Kerzenschein Kekse und heiße Schokolade. Das war schön.

Mittags gab es dann Hangikjöt. Geräuchertes Fleisch. Das wurde wieder kalt gegessen. Ich mag es immer noch nicht ganz so gerne. Aber es war besser als in Egilsstaðir.

Die isländische Telefonkompanie hat es gestern so angestellt, das man von Island kostenlos in andere Länder anrufen konnte. Die Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Wir hatten nämlich dank des Stromausfalls auch kein Internet, weswegen ich halt nicht skypen konnte. So habe ich zwei Stunden mit Mama und Papa telefoniert.

Sirry und Júlíus haben von Sirrys Schwester ein "Wasgij"-Puzzle von Jumbo bekommen. Bei den "Wasgij"-Puzzles muss nicht das gepuzzelt werden, was abgebildet ist, sondern man muss sich in eine der Personen hineinversetzen und puzzeln, was sie sehen. Ich glaube, wir saßen da insgesamt 11 Stunden dran.

die Verpackung
was gepuzzelt wurde
so wahr
Das wäre genau das richtige Puzzle für Mama.