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Sonntag, 23. Februar 2014

Þorri - Konudagur

So wie vor einem Monat mit dem Bóndadagur, dem Männertag, der Monat Þorri anfing (Blogeintrag 24.01.2014), endet heute der Monat mit dem Konudagur, dem Frauentag.

Es fing damit an, das wir zwei Pferde in unseren Schafstall bekommen haben. Dort sind nämlich auch vier Pferdeboxen. Jetzt sind zwei davon bewohnt.

Zum Nachmittag hat Sirry dann einen deftigen Schokokuchen gebacken. Wie Ásgerður sagte, der beste Schokokuchen der Welt. Und ich durfte davon nichts essen, denn ich mache gerade eine Hefe-Zucker-Pause. Also kein Hefe und kein Zucker für mindestens zwei Wochen. Und in dem Kuchen war Zucker drin!!

Zum Nachtisch beim Abendessen gab es dann Eis. Schon wieder Zucker. Aber ich wusste, das wir noch Beeren im Tiefkühlfach haben. Also habe ich mir mit etwas Sahne und den Beeren mein eigenes Eis gemacht. Auch wenn der Mixer die Beeren nicht ganz klein geschreddert hat.
Was mich gewundert hat: Ich kenne es so, das in einer Packung Tiefkühlbeeren direkt die Beeren drin sind. Hier sind in einer großen Packung vier kleine Packungen drin, in denen die Beeren sind.

Ansonsten war es aber ein schön entspannter Frauentag. An alle Leserinnen: genießt die restlichen Stunden noch.

Sonntag, 2. Februar 2014

Þorrablót

Gestern war bei uns in der Stadt Þorrablót. Der Tag, auf den ich mich, seit Hannah hier war, gleichermaßen gefreut und gescheut habe.


Þorrablót ist nämlich ein altes Opferfest. Es werden die Lebensmittel serviert, die bereits Monate zuvor eingelegt, gesäuert und geräuchert wurden. (Gibt es eigentlich in Deutschland gesäuertes Fleisch?)


Ich habe mir geschworen, alles zu probieren. Größtenteils habe ich es auch geschafft.
Bei uns gab es:
  1. Hangikjöt (geräuchertes Fleisch)
  2. halber Schafskopf
  3. gepressten Schafskopf, auch gesäuert
  4. etwas von der Schafsbrust, sah aus wie Bacon
  5. nochmehr Schafsbrust (gesäuert)
  6. etwas vom Bauch (aufgerollt, ich meine auch gesäuert)
  7. saures Walfett
  8. gesäuerte Widderhoden
  9. Trockenfisch
  10. Gammelhai
  11. Flatbrauð und Rúgbrauð (Fladen- und Roggenbrot ähnlich)
  12. und natürlich Brennivín nicht zu vergessen (Kümmelschnaps)
  13. Rüben- und Kartoffelmus
In anderen Städten kann es auch noch etwas mehr werden. Für mich hat das Angebot aber gereicht.

Nachdem wir eingelassen wurden, konnte man sich erstmal schön einen Brennivín nehmen. Und obwohl ich fahren musste, konnte ich mir die Chance doch nicht entgehen lassen, den zu probieren. Als ich das erste Mal am Glas genippt habe, fand ich es nicht so schlimm. Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Beim zweiten Nippen war es schon nicht mehr ganz so angenehm und nach dem dritten Mal habe ich den restlichen Inhalt Júlíus gegeben. Das war nichts für mich.

Nachdem dann alle gesessen haben und wir ein kurzes Lied gesungen haben, fing das Essen an. Ich bin erst mal schön langsam mit dem Kartoffel- und Rübenmus  angefangen. Dann die Bacon-Brust. Kalt, geräuchert aber nicht schlecht. Dann kam der gepresste Schafskopf. Beim richtigen Schafskopf kann man das Fett aussortieren. Das ging jetzt halt nicht. Ich konnte es beinahe trinken, so labberig war das. An das gesäuerte Gepresste habe ich mich nicht gewagt. Ich bin nicht ganz so ein Fan von saurem Fleisch.

Anschließend kam der aufgerollte Bauch dran. Von der Konsistenz her ging es. Man konnte es wenigstens kauen. Aber halt auch wieder sauer. Aber das ging noch. Es war besser als das Nachkommende.

Walfett. Hannah meinte, das fand sie am Schlimmsten. Daher habe ich erstmal ein bisschen gezögert. Ich habe mir ein bisschen genommen und das erste Stück in den Mund getan und einfach runtergeschluckt. War ja schließlich Fett. Das zweite Stückchen habe ich versucht zu kauen. Da hat dann mein Würgereflex eingesetzt. Das war einfach zu viel des Guten. Geschmeckt hat es auch nicht.

Und im Anschluss das Widerlichste, die Hoden. Da habe ich wirklich Minuten gebraucht, bis das Stück in meinem Mund war. Albern? Vielleicht! Aber das war vielleicht eine Überwindung. Auch hier hat mein Würgereflex eingesetzt und ich musste erst einmal husten. Das Júli das natürlich am Besten fand, war ja klar. 

Von der normalen gesäuerten Schafsbrust habe ich die Finger gelassen. Nach den Hoden ist mir der Appetit vergangen, auch für das gute Hangikjöt. Nur ein bisschen Trockenfisch und Brot habe ich noch gegessen (dafür stinken meine Klamotten jetzt nach Fisch). 

Danach wurden auf der Bühne ein paar Witze über die Bewohner Þórshöfn's gemacht.

Unter anderem, über die Fischfabrik, weil sie an ihre Angestellte Unterhosen verschenkt hat, falls ich das richtig verstanden habe,


über den Kindergarten, dort schneiden sich die Kids gegenseitig die Haare ab,


über einen Bauer, an dessen Land letztes Jahr Wale gestrandet sind (sehr ungewöhnlich bei uns, daher war das Logo in diesem Jahr auch Wale)


und Jói, Sirrys Vater, war als Jäger verkleidet, der Schneehühner geschossen hat und plötzlich knallt sein Gewehr wirklich. Wir haben uns alle so extrem erschrocken. Über wen sie den Witz gemacht haben, weiß ich aber nicht.


Danach wurde getanzt. Aber ich als Tanzmuffel wollte zuerst nicht. Erst als zwei Mädchen kamen, die eine kenne ich nur vom sehen, und sie mich auf die Tanzfläche gezogen haben, ich hatte schließlich keine andere Wahl, habe ich mich ein bisschen gelockert. 

Die ganze Feier ging dann noch bis halb vier morgens. Ich habe dann den Babysitter noch nach Hause gefahren (es gab wohl keine Probleme mit der sonst so zickigen Dagbjört).

Freitag, 24. Januar 2014

Þorri - Bóndadagur

Der altnordische Monat Þorri beginnt an einem Freitag. Heute. Und zwar mit dem Bóndadagur. Den Männertag. Früher war es der Farmer's Tag. An diesem Tag sind die Frauen besonders lieb zu ihren Männern.
Sirry hat Júli bereits gestern einen schönen Blumenstrauß gekauft, da sie heute Abend ein Meeting für Þorrablót hat. Was das schon wieder ist erfahrt ihr nächste Woche.

Aber was ist denn jetzt eigentlich Þorri?
Þorri ist der vierte Wintermonat, von Mitte Januar bis Mitte Februar. Auch ist es die Personifikation von Frost und Winter in der altnordischen Mythologie.
Im 18. und 19. Jahrhundert war es in den Monaten Januar, Februar und März schwierig, zu überleben. Da wurde alles tierische gegessen, was man hatte. ALLES!!!!

Das wird auf mich auch bald zukommen, denn auch heute ehrt man Þorri noch. Vor allem durch das Fest Þorrablót.