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Montag, 23. Juni 2014

Mein Geburtstag

Ich hatte letzten Donnerstag meinen Geburtstag. Mein erster Geburtstag, an dem ich nicht zu Hause war. Aber was besonderes war es nicht wirklich, es war ein schön entspannter Tag. Mamas Geschenk habe ich nach dem Aufstehen schon geöffnet, eine kleine Kette mit Engelsflügeln, und das Geschenk der Familie habe ich erst am Nachmittag bekommen, da Sirry halt arbeiten musste. Das war ein Schal. Und von Dagbjört gab es einen Blumenstrauß. Dann habe ich Sirrys Stiefmutetr noch zum Kaffee eingeladen, von der gab es Socken, von Coca Cola. Die Socken sind aber weiß und nicht rot. Das war fast das beste Geschenk, denn meine ganzen Socken haben Löcher und ich brauchte wirklich neue.

Zum Abendessen gab es dann einen Vogel. Eigentlich ist es hier, anders als in Deutschland, verboten, diesen Vogel zu schießen. Es wird aber trotzdem illegal gemacht, da sie die ganzen Felder kaputt machen. Ich habe jetzt immer absichtlich Vogel geschrieben, da es halt verboten ist, ihn zu essen. Ihr könnt aber selber erraten, welcher es ist. Er ist groß und weiß und ständig heißt es, er sei der schönste und anmutigste Vogel. Es beginnt mit Sch.
Ich habe mir dann den Vogel gewünscht, aber geschmeckt hat er nicht wirklich.

Eigentlich wollte ich dann morgen nochmal zum Geburtstag einladen, dann die ganze Familie und ihnen Schwarzwälder Kirschtorte anbieten. Leider habe ich vergessen, in Egilsstaðir, wo ich am Wochenende war, welche zu kaufen. Und hei uns gibt es die nicht. Also keine Schwarzwälder.

18.06.2014 23:55 Uhr

Sonntag, 18. Mai 2014

Komplett gefülltes Wochenende

Ich hatte das ganze Wochenende über Besuch. Sarah, die ich Ende April in Sauðarkrókur besucht habe, kam Donnerstag Nacht zu mir und ist heute gefahren.

Nachdem ich ihr am Freitag-Vormittag die ganze Farm gezeigt, haben wir nach der Kaffeepause die Umgebung erkundet, und zwar sind wir noch weiter als Þórshöfn gefahren. Da war ich selber noch nie, da man dort mit unserem Volvo nicht fahren kann, dort wird ein Allrad-Auto gefordert.
Dort oben gibt es den sogenannten Stóra Karl, der große Kerl, wo sehr viele Vögel brüten. Es gibt dort auch eine Aussichtsplattform, die aber erst nächstes Wochenende eröffnet wird.
Die Fahrt dorthin war echt abenteuerlich. Hoch und runter, vor allem wenn es grad hochging war ich mir nicht immer sicher, ob da jetzt direkt danach eine Kurve kommt und ob das Auto den Hügel überhaupt schafft, hat er aber zum Glück immer. Dazu noch eine Brücke, in der ein Loch war, und einige Sandschleudern. Also kleine Stellen, an denen Sand ist und man deswegen kurz geschleudert wird. Also diese Strecke war wirklich der Hammer. Und wir waren uns nie sicher, ob wir denn schon da sind. Aber um 18:00 Uhr kamen uns zwei Autos entgegen, und es war nicht wirklich viel Platz, damit man nebeneinander fahren kann. Zum Glück waren genau da einige Stellen, an denen ich anhalten konnte. Da alle ja um 18:00 Uhr aufhören zu arbeiten, und die Autos ja bestimmt von der Plattform kommen, waren wir uns sicher, da es bald da ist. Und ich wäre beinahe vorbei gefahren. Es war nämlich überhaupt nicht ausgeschildert. Sarah hat dann zum Glück einen kleinen Teil der Plattform gesehen.

Stóra karl


diese Aussicht!!




Also für diese Aussicht hat sich diese Fahrt eindeutig gelohnt. 

Auf dem Rückweg haben wir dann nochmal bei dem alten Flugzeug angehalten. Schließlich gibt es nur zwei abgestürzte Flugzeuge auf Island, und das eine ist halt hier. 







Am Samstag waren wir dann beim Mývatn. Dem viertgrößten See Islands. Ich wusste, das er nicht so weit weg ist, wir sind fast 2,5 Stunden gefahren. Zum Mývatn wollte ich schon immer einmal, aber eigentlich im Juni und dann für ein ganzes Wochenende. Gut das ich noch nichts genaues geplant habe, der halbe Tag gestern hat nämlich genügt. Wir sind dann nach dem Mittag direkt losgefahren und wollten dann zu Dimmuborgir, einer Lavagesteinslandschaft, in der Elfe und Trolle wohnen sollen und auch die isländischen Weihnachtsmänner im Winter zu sehen sind.

Auf dem Weg sind wir an einem See vorbeigekommen, vor vielleicht 50 Jahren, ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wie lange das her ist, gab es diesen See noch gar nicht. Er ist durch ein Erdbeben entstanden. Bei diesem Erdbeben ist der komplette Boden weggesackt.


Der Riss kommt auch vom Erdbeben und führt bis zum Mývatn.
Beim Mývatn haben wir dann überall nach dem Sehenswürdigkeiten-Symbol Ausschau gehalten, aber nur ein Schild gefunden, auf dem Dimmuborgir stand. So ein child, wie es auch jede Farm hat. Und oft ist es auch so, das es eine gleichnamige Farm zur Attraktion gibt. Also sind wir von der Farm ausgegangen. Wir dann weitergefahren und da dann nichts mehr kam, auf die Karte geschaut. Und wie wir festgestellt haben, waren wir schon fast auf der anderen Seite des Mývatns, obwohl wir so lange gar nicht gefahren sind. Also wieder zurück. Es gab dann keine gleichnamige Farm, dieses Schild hat zur Attraktion geführt.

die Entstehung dieser Lavagesteine










Weihnachtsmänner dürfen auch Fehler machen.


Kertasníkir hat ein deutsches Strickbuch!!


Zuhause ist es am Besten!

Wir sind dann den ganzen See einmal umfahren, schließlich ging das ja ganz schnell, wie wir vorher gemerkt haben. Da sind wir dann an Pseudo-Kratern vorbei gekommen.



In meinem Reiseführer war auch die Blaue Lagoone des Nordens angegeben, Jarðboðin. Doch keine Adresse und auch keinen richtigen Namen, nur eine Internetadresse. Aber dann haben wir ein Schild gesehen, mit dem selben Namen wie die Internetadresse. Wir waren zum Glück so schlau und haben unsere Schwimmsachen eingepackt und dann dahin.

Jarðboðin ist ein Naturbad mit türkisblauem, minerahlhaltigem Wasser, inmitten von Lava. Und es ist nicht ganz so bekannt wie die Blue Lagoon nahe Reykjavik, vor allem nicht im Mai. Mit rund 18€ ist es auch viel günstiger. Und es war einfach wunderbar. Nachdem man sich erst mal an den Schwefelgeruch gewöhnt hat, konnte man so richtig schön entspannen.



Wir hatten jetzt das Wochenende auch noch Besuch von Sirrys Cousine aus Húsavik. Und die hat ständig die Küche aufgeräumt. Wenn ich eine fremde Küche aufräume, und nicht weiß, wo einige Sachen hinkommen, dann packe ich die doch nicht irgendwo hin. Ich war fast den ganzen Nachmittag dabei, Sachen wieder zu finden. Besagte Cousine hat dann auch Eier gekocht. Den Namen des Vogels weiß ich gerade nicht mehr, aber um diese Eier zu sammeln, muss man an Klippen runterklettern. Also nichts für schwache Nerven.


Alle sagen, die schmecken so toll, aber irgendwie mochte ich die nicht. Das Eiweiß war nicht so kräftig weiß wie man das kennt, sondern so milchig. Und es hat beinahe wie ein Hühnerei geschmeckt. Ich mag das Eiweiß sowieso nicht ganz so gerne, das Eigelb finde ich einfach besser, aber in diesem Ei war auch soviel Eiweiß drin, und die Konsistenz davon war etwas anders als von Hühnereiern. Also nicht ganz so mein Fall.

Dienstag, 22. April 2014

Islændische Ostern

Zu aller erst einmal, falls euch die merkwuerdige Schreibweise aufgefallen ist: ich schreibe gerade vom islændischen PC, wo es ausser dem ö keine deutschen Buchstaben gibt. Bei meinem Laptop ist næmlich die Hardware kaputt, weswegen er gerade auf den Weg nach Akureyri oder Reykjavik ist.

Da Sirry mit den beiden ælteren Mædels in Norwegen war, war dieses Ostern wirklich sehr ruhig. Und halt auch etwas anders. Da Dagbjört zu Beginn letzter Woche so krank war, das ich mit ihr nicht rausgehen konnte, habe ich die Kinder-freihe-Zeit genutzt, die Kinderzimmer komplett aufzuræumen und auszumisten. Die Kids hassen mich jetzt bestimmt.
Und ich konnte kochen und backen, wie es mir gefællt (Die Kids essen recht wenig). So gab es letztens Huehnerfrikassee. Und Erdbeer-Kæse-Schokokeks-Torte.


Ostern wird hier ganz anders gefeiert. Zwar haben die Geschæfte Donnerstag bis Montag geschlossen, nur Samstag sind sie auf, aber Gruendonnerstag oder Karfreitag haben ansonsten keine Bedeutung. Bemalte Ostereier oder gar den Osterhasen gibt es hier nicht. Genauso wenig wie ein Osterfeuer oder das Eier suchen.
In Island schenkt man sich gegenseitig grosse Schokoeier. Einige Familien verstecken diese Eier wohl im Morgen, aber das ist eher unueblich. Meistens gibt es diese Eier am Fruehstueckstisch, damit die Kinder nicht so lange nerven.
Diese Schokoeier sind komplett mit Suessigkeiten gefuellt, haben einen kleinen Spruch, æhnlich wie bei Gueckskeksen, und sind immer leicht kitschig geschmueckt.


Die Verpackung von diesem Ei war riesig, aber so gross
ist das Ei gar nicht, siehe Kaffeekannenvergleich.
Aber 900g schwer.

Der Inhalt des 900g Eis. Und da die Islænder Lakritz lieben,
ist 3/4 des Telelrs Lakritze, so wie diese Kugeln.
Mein Spruch bedeutet soviel wie:
Vernuenftige Menschen ændern ihre Meinung, aber Idioten nie.


Zum Mittag habe ich dann Schaf mit Rosmarin-Kartoffeln und in Bacon eingewickelten Spargel gemacht. Eigentlich wollte ich gruene Bohnen statt Spargel machen, aber die gab es nicht.
Zum Nachtisch dann Himbeer-Hase und zum Nachnachtisch nochmal Schokoei.

 

 Zum Kaffee gab es dann ein Familien-Traditionskuchen. Der war folgendermassen aufgebaut. Boden-Sahne-Schokocreme-Baiser-Sahne-Schokocreme. So extrem suess.


Und gestern war wieder ein ganz normaler Tag hier bei mir. Und das ganze Wochenende habe ich "Das Gelbe vom Ei" von ffn gehört. Das war vielleicht merwuerdig, so viel Deutsch zu hören. Und immer wenn Júli im Haus war, kam ein merkwuerdiges deutsches Lied. Jetzt hat er eine beinahe schlechte Meinung von der deutschen Musik.

Mittwoch, 5. März 2014

Öskudagur

Der letzte Tag von Karneval ist Öskudagur, Aschentag.

An diesem Tag versuchen die Kinder anderen Personen kleine Taschen mit Asche anzuhängen, ohne das sie es merken.

Dafür ist aber nicht so viel Zeit, schließlich sind Süßigkeiten besser. Die Kinder gehen in kleinen Grüppchen durch die Stadt. In verschiedenen Geschäften und auch an Häusern verdienen sie mit dem Singen von Liedern dann die Süßigkeiten. Und das selbstverständlich verkleidet.

Und bei uns in der Stadt gibt es am Nachmittag dann noch eine kleine Party für die Kinder. Da können sie dann ihre gesammelten Süßigkeiten aufessen.

Hexe und Hippie

Dienstag, 4. März 2014

Sprengidagur

Heute ist Sprengidagur, der zweite Tag von Karneval. Die Übersetzung kann sich eigentlich auch jeder selber erschließen. Man soll soviel essen, bis man sprengt, also platzt, bevor die Fastenzeit bis Ostern beginnt.

Und am Sprengidagur wird traditionell Saltkjöt og baunir (Salzfleisch und Bohnen/Linsen) gegessen. Es ist also im Grunde ein Linseneintopf. Etwas herzhafteres nach dem süßen Tag gestern.

Das Besondere heute: Sirry war den ganzen Tag bei der Arbeit. Ich musste also das traditionelle Essen machen. Und es war gar nicht mal so schlecht.


Montag, 3. März 2014

Bolludagur

Heute ist Bolludagur. Die isländische Variante zu Rosenmontag. Bolludagur, also grob übersetzt der "Klößchentag" ist neben Aschermittwoch ein Tag für die Kinder.

Er beginnt bereits sehr sehr früh. Die Kinder stehen dann früh auf, neben sich einen Stock, an dem zwei Pappteller oder ähnlichem befestigt ist, und verhauen damit die Eltern.
Früher hat man sich selber weh getan, um sich der Schmerzen Jesu bewusst zu werden. Irgendwann ist man aber angefangen, andere spielerisch einen Klaps auf den Hintern zu geben.
Bei jedem Klaps auf den Hintern der Eltern wird dann Bolla! Bolla! (Kloß! Kloß!) gerufen und eins der Scones-ähnlichen Brötchen erwartet, so lange, bis die Eltern endlich aufgestanden sind. Das ist kein Witz! Ich habe heute früh auch vier Schläge bekommen.


Diese Brötchen, die mit Schokolade überzogen sind, werden dann mit Sahne und Marmelade gefüllt, da die Brötchen selber kaum Geschmack haben.
Von der Verarbeitung sind es eigentlich Windbeutel. Und auch geschmacklich kann man sie mit Windbeuteln vergleichen. Nur werden sie halt auf Island nur heute gegessen.
Bzw. auch gestern wurden etliche gegessen.



Die Brötchen hat Sirry bereits gestern gebacken. Und obwohl kein Backtriebmittel enthalten ist, werden die Brötchen im Ofen beinahe doppelt so groß. Und man darf den Ofen zwischendurch auch nicht öffnen, um zu schauen, ob sie gut sind. Wenn man den Ofen öffnet, fallen die Brötchen in sich zusammen und man hat die aufwendige Arbeit umsonst gemacht.