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Samstag, 11. Januar 2014

Ein überfälliger Post!

Dieser Post wird wirklich lang und ist wirklich überfällig.
Schuld ist aber nicht meine Faulheit. Vor 1,5 Wochen ist nämlich ein Sendemast zugefroren, so das er umgefallen ist. Damit war unser Internet futsch. Fernsehen hatten wir aber zum Glück noch. Irgendwie merkwürdig. Auch merkwürdig, dass die in Þórshöfn glaube ich Internet hatten. Eigentlich hätten wir gestern Abend wieder online sein müssen. Dafür wollte jemand vorbeikommen. Wir haben bei uns aber keinen gehört. Daher hat Sirry heute früh die Neuanmeldung selber durchgeführt.

Am 1.1. kam im Fernsehen der Film "Ziemlich beste Freunde". Ich habe mich so auf den Film gefreut. Blöd nur, das die Originalsprache Französisch ist und meine letzte Französisch-Stunde drei Jahre her ist. Und soviel konnte ich von den isländischen Untertiteln auch nicht verstehen. Dazu kam, dass ich angefangen habe, meinen isländischen Peysa (Pullover) zu stricken an diesem Abend und ich die Maschen zählen musste, während Ásgerður ständig geredet hat, da sie noch nicht so schnell lesen kann und fragen wollte. Da wurde ich ein bisschen zickig. Am nächsten Tag musste ich mit meinem Peysa neu anfangen, da ich mich tatsächlich verzählt hatte.

Maria wollte eigentlich ja erst Ende Januar nach Deutschland fliegen. Jetzt ist sie aber schon gestern geflogen. Da wollte ich natürlich mit bis nach Reykjavik. Am Samstag haben wir uns die Preise für den Flug angeschaut und es war teuer, aber akzeptabel. (Maria hatte Internet.) Da wir ja kein Internet hatten, sollte Sirry den bei der Arbeit buchen. Da wurde es aber über zwei Tage so teuer, das ich am Ende beinahe 300€ für hin und zurück hätte bezahlen müssen. Nein Danke!!

Wer gedacht hat, das Weihnachten am 26.12. zu Ende ist, hat falsch gedacht. Schließlich müssen die 13 Weihnachtsmänner auch noch wieder in die Berge. der Letzte geht also in der Nacht zum 6. Januar. Dann ist Weihnachten zu Ende. Traditionell gibt es dann nochmal ein Feuer und Feuerwerk, wie zu Silvester. Da es in Þórshöfn aber zu Silvester ein Feuer gab, halt nicht am 6.1., da sie so viel Holz halt auch nicht haben und so viel Geld um mehr Feuerwerk zu kaufen. Schade!

Am 7.1. haben Dagbjört und ich dann gemeinsam die Weihnachtsdeko im ganzen Haus eingesammelt. Da ist wirklich einiges zusammengekommen.

Dadurch, das wir kein Internet hatten, habe ich schon sehr viel von meinem Peysa geschafft. Der langweilige Bauch ist fertig und der erste Ärmel beinahe. Für den Ärmel musste ich halt auch mit vier Nadeln rundstricken und ich hatte zuerst keine Ahnung, wie ich das halten sollte und Sirry fand das so lustig. Für sie war das das Einfachste und so Selbstverständlich, für mich eben nicht.



An Marias letztem Abend vorgestern sind wir dann in die Bar gegangen und haben Bananenpizza gegessen. Das wäre doch auch was für dich, Sönke, oder nicht? Diese Mischung aus süß und pikant war recht gut. Ich habe es mir ein bisschen schlimmer vorgestellt. Aber man hat die Bananen halt auch nicht ganz so intensiv geschmeckt.


Am Abend kam dann ein Bericht über das isländische Reiten, vor allem Tölt. Das eine Bild hat dann auch ein Pferd auf einer weißen Fläche gezeigt. War das etwa Eis? Die reiten doch nicht auf Eis! Als dann aber zwei Menschen reingeschlittert sind, wusste ich, das es wirklich Eis war. Eis-Tölt. Die Pferde waren so sicher.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Silvester

Heute früh war alles so wie immer.
Zum Mittag kam dann Júlis Schwester und ihr Mann aus Egilsstaðir. Während die beiden mit den älteren Mädchen zum Strand gegangen sind, bin ich zu Maria gegangen.

Um halb fünf haben wir uns dann fertig gemacht. Um 17:00 Uhr gab es nämlich auf einer Farm ein Feuer. Ich bin von einem kleinen Feuer für die Kinder ausgegangen. Daher wollten Maria und ich in der Nacht nach Þórshöfn, wo es ein Großes geben sollte. Tatsächlich war unser Feuer aber auch sehr groß.

Ich habe Júli gefragt, warum ein Feuer an Silvester. Sein Schwager meinte, es könnte sein, dass man das alte Jahr wegbrennen möchte und mit den Raketen in ein neues starten will. Schöner Gedanke, mit dem abbrennen.

Wir sind angekommen und jeder hat eine Fackel bekommen, die in den Familien, bzw. die Väter, selbstgemacht wurde. Anschließend sind wir über einen neuen Weg zum Holzhaufen gegangen.

leider etwas weiß, durch den Rauch der Fackeln
Als dann genug Leute beim Feuer waren, haben wir gemeinsam das Feuer mit unsere Fackeln angezündet. Das wollte ich immer schon einmal machen.



Zwischendurch wurde dann Öl oder Teer, Reste von den Fackeln, auf das Feuer gegossen.

Catching Fire -
Das Mädchen, dass in Flammen steht!


Nach einer Weile wurden dann Lieder gesungen. Silvesterlieder. Sie handeln über Elfen.


Nach einer dreiviertel Stunde war es schon wieder vorbei. Das Abendessen musste schließlich auch noch vorbereitet werden. Bei uns gab es Schwein. SCHWEIN!!  Endlich einmal.
Zu dem Schwein gab es wieder karamellisierte Kartoffel und Kohl. Zur Feier auch Rosenkohl. Die Soße war mit Pilzen. Das war echt lecker. Fast wie Schnitzel. :) Zu dem Fleisch gab es dann auch noch Ananas. Und wieder Laufabrauð.

Als ich nach oben gekommen bin, waren alle fein angezogen. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Zu Weihnachten ja, aber Silvester?! Ich hatte bloß eine dunkle Jeans und den Pulli von Mama.

Apropos von Mama: Die isolierende Hose, die du mir mitgegeben hast, bei der ist der Reißverschluss jetzt kaputt. Plötzlich hatte ich den Zipper in der Hand.

Am Abend kam dann tatsächlich im Jahresrückblick der Harlem Shake. War der in Island auch so bekannt? Und die Information, dass im nächsten Jahr eine Simpsons-Folge komplett auf Island spielt. Da bin ich ja mal gespannt. Die meiste Zeit vom Rückblick hat sowieso Snowden eingenommen.

Im Anschluss gab es dann eine Verarsche zu dem Rückblick. Und der Fernseher war so laut. Normale Lautstärke reicht ja nicht. Nein.
Zu Beginn wurde "Wrecking ball" von Miley Cyrus umgedichtet. Im Originalvideo sitzt sie selbst halb nackt auf der Abrissbirne und anzügliche Posen macht. In dieser Verarsche wurde Miley Cyrus durch einen extrem fetten Kerl ausgetauscht, der halbnackt auf der Abrissbirne sitzt und ebenfalls solche Posen macht.

Und die Kids pfeifen schon seit 15:00 Uhr auf ihren Tröten rum. Ich habe ihnen gesagt, dass man das erst um Mitternacht macht, aber die fanden es scheiß egal.

Die ersten Raketen sind viel zu früh gestartet. Sirry meinte, nachdem diese Verarsche vorbei ist, wird gezündet. In Reykjavík habe man dann zwei Stunden Lichter am Himmel. Bei uns war es nicht ganz so lange. Dafür sind aber schöne Bilder entstanden.




als würde das Haus brennen
Wunderkerzen im Einsatz
Skál! - Prost!
endlich darf das Knusperhaus geplündert werden
Gleðileg nýtt ár.
Frohes neues Jahr.

Montag, 30. Dezember 2013

Die letzten Tage

Ich hätte in ISland mit weißen Weihnachten gerechnet. Heißt ja auch ISland. Wir hatten selbst im Oktober schon Schnee. Aber unsere Weihnachtstage waren schön deutsch. Grün und nass. Nur ein bisschen Schnee von vor einem Monat lag noch. Aber pünktlich zu Sönkes Geburtstag wurde es dann doch noch weiß.

Am 28.12. war in der kleinen Schule ein Weihnachts"ball". So hieß es, es war aber keine richtige Tanzveranstaltung. Zuerst wurden die Stühle wie im Theater aufgestellt und auf der Bühne sollten zuerst freiwillige Kinder singen, dann kam die böse Mutter Grýla und später hat eine Frau etwas über ihren Urlaub in Afrika erzählt.

Grýla und ihr Mann
Nachdem das alles zu Ende war, wurden die Stühle zur Seite geschoben und der Tannenbaum kam in die Mitte. Und erneut hieß es um den Baum tanzen, damit die Weihnachtsmänner kommen. Diesmal nicht durch Blaulicht, sondern durch hartes Klopfen am Fenster angekündigt.



Diesmal aber nur zwei Männer. Beim Treffen in der Stadt war noch ein kleiner dabei, was dann wohl Stúfur sein sollte. Der war aber am 28.12. schon wieder in den Bergen. Dann haben alle fleißig weitergetanzt. Der eine Weihnachtsmann war so ungezogen und hat kräftig auf den Fußboden gestampft beim Tanzen. Ich glaube, die Schule braucht jetzt einen neuen Boden.

Anschließend wurden Mandarinen verteilt. Weil noch so viele übrig waren, gab es für die Großen auch welche. Zu mir und Maria hat er irgendwas gesagt. Sirry meinte dann später, er habe gesagt, dass ich zu Weihnachten sehr lieb war, aber Maria nur beinahe lieb. Oh, oh, oh!

Gestern bin ich mit Dagbjört raus gegangen. Wir haben einen Schlitten, da kann sie richtig sitzen und sich festhalten. In den hat sie mehr Vertrauen, weswegen ich nur den nehme. Also ging es dann mit dem Schlitten zu erst nur über den Hof und später dann zu Júlis Stall. Nach einer Weile bin ich dann mit Dagbjört zu Axels Stall gegangen. Dort waren die anderen beiden Mädchen auch schon. Vor dem Stall ging es nämlich steil runter. Also sind wir alle schön gerodelt. Das macht auch noch großen Kindern Spaß.

alter Fisch: Proteine für die Schafe

Heute hat Júli Feuerwerk gekauft. Erst ist bereits um 13:00 Uhr losgefahren. Blöd nur, das sie erst ab 16:00 Uhr verkauft wurden.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Weihnachten in Island

Am 24.12. ist die ganze Familie zu Marias Gastfamilie gegangen. Dort haben wir traditionell Milchreis gegessen. In dem Milchreis, ein riesen Topf, da wir um die 15 Leute waren, gab es eine einzige Mandel. Und wer diese Mandel im Milchreis findet, man versucht es so lange wie möglich sie zu verstecken, bekommt ein "Mandelgeschenk". Dieses Jahr war es eine Packung Pralinen. Sie ging allerdings nicht an uns.

den Topf schön leer gefuttert
Gegen 17:00 Uhr habe ich dann meine Familie mit einem Anruf überrascht. Es war "nur" eine halbe Stunde. Danach lag ich für einige Minuten heulend im Bett.
Dann wurde sich fertiggemacht, denn um Punkt 18:00 Uhr fing Weihnachten an. Wir haben es mit Glockengeläut im Radio eingeläutet.

Es gab Rjúpa (Schneehuhn) mit karamellisierten Kartoffeln und mit braunem Zucker karamellisiertem Kohl. Das war wie erwartet extrem süß. Und nicht so unbedingt mein Geschmack. Zum Glück gab es auch noch richtige Kartoffeln.
vorne rechts die karamellisierten Kartoffeln
neben der Hand der karamellisierte Kohl
vor den Kerzen die Schneehühner
Nach dem Nachtisch und nachdem die Küche aufgeräumt war, wurden die Geschenke unter den Baum gelegt. Irgendwann meinte Júlíus dann, das wären alle. Doch meine Geschenke von Mama waren noch nicht mit dabei. Die hat Sirry woanders gelagert.

Wir haben uns dann alle auf das Sofa gesetzt und Júli hat uns dann die Pakete gereicht. Schade, das die Kids die nicht selber nehmen konnten.


Ich habe drei Kerzen bekommen, von Mama einen Pulli und eine neue Kugel für meine Kette. Meiner Gastfamilie hat sich ein großes Geschenk überlegt. Von der einen bekomme ich ein Maßband, von der nächsten ein Tester, welche Größe die Nadeln haben, dann ein riesen Nadel-Set mit allen Nadelgrößen (also wenn du noch mal eine Größe brauchst, Oma, die du nicht hast, melde dich) und ein Wolle-Gutschein für meinen ersten isländischen Peysa (Pullover).
Ich habe noch Handschuhe vom "Weihnachtsmann" bekommen und ich habe keine Ahnung wer das ist. Wir dachten erst, Júlis Eltern, aber von denen sind die nicht. Auf jeden Fall sind sie ein klitzekleines bisschen zu klein.

Von meinen Verwandten väterlicher seits habe ich ein Foto bekommen und ich habe so angefangen zu weinen.

meine ganzen Geschenke
den Peysa, den die Frau hat, möchte ich machen
dafür bekomme ich die Wolle von Sirry
Dagbjört hat ein Steckenpferd bekommen, aber verstanden hat sie es nicht. Sie hat immer am Ende angefasst und es vor sich hingeschoben.

Nach der Bescherung wurden die Weihnachtskarten gelesen. Die eine Weihnachtskarte kam nicht von Tabea, sondern von Michelle. Danke! :)

meine gesammelten Karten
Um 22:00 Uhr wurde dann ein Gottesdienst im Fernsehen übertragen. Dieses Jahr war es in der Kirche von Hvanneyri, der ehemaligen Heimatstadt der Familie. Sie haben also ihre ganzen Freunde gesehen und Ásgerður fing deswegen auch an zu weinen.

Was macht Júli? Der findet Kirche so langweilig, dass er sich mitten in der Messe an den Computer setzt und Onlinespiele spielt. An Weihnachten!

Also irgendwie kam die weihnachtliche Stimmung ein bisschen zu kurz. Gerade während des Auspackens und des Fernseh-Gottesdienstes.
Während des Auspackens hat Sirry immer mitgeschrieben, was von wem kommt. Das hat es so hektisch gemacht.

Ásgerður hat von mir das Spiel "Twister" bekommen. Sie wollte in der Nacht gar nicht mehr aufhören zu spielen.


Gestern bin ich aufgewacht und wollte lesen und plötzlich geht nach zwei Minuten der Strom aus. Sirry hat mich am Tag vorher schon gewarnt, dass das passieren kann. Unsere Stromleitungen sind nämlich wohl überirdisch und wenn sie zufrieren ist der Strom weg. Nach kurzer Zeit war er aber wieder da.

Zum Frühstück gab es im Kerzenschein Kekse und heiße Schokolade. Das war schön.

Mittags gab es dann Hangikjöt. Geräuchertes Fleisch. Das wurde wieder kalt gegessen. Ich mag es immer noch nicht ganz so gerne. Aber es war besser als in Egilsstaðir.

Die isländische Telefonkompanie hat es gestern so angestellt, das man von Island kostenlos in andere Länder anrufen konnte. Die Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Wir hatten nämlich dank des Stromausfalls auch kein Internet, weswegen ich halt nicht skypen konnte. So habe ich zwei Stunden mit Mama und Papa telefoniert.

Sirry und Júlíus haben von Sirrys Schwester ein "Wasgij"-Puzzle von Jumbo bekommen. Bei den "Wasgij"-Puzzles muss nicht das gepuzzelt werden, was abgebildet ist, sondern man muss sich in eine der Personen hineinversetzen und puzzeln, was sie sehen. Ich glaube, wir saßen da insgesamt 11 Stunden dran.

die Verpackung
was gepuzzelt wurde
so wahr
Das wäre genau das richtige Puzzle für Mama.


Dienstag, 24. Dezember 2013

Die isländischen Weihnachtsmänner - Kertasníkir (Kerzenschnorrer)

Kertasníkir ist der dreizehnte und somit der letzte Weihnachtsmann. Er hat eine große Schwäche für Kerzen, die er essen will. Aber die Flammen findet er auch sehr schön, weswegen er doch unentschlossen ist.


"Der Jüngste liebt von ganzen Herzen
den hellen Schein der Weihnachtskerzen,
denn dieses Wunder, das funkelnde Licht, 
gibt es zu Hause in den Bergen nicht.
So manches Kind hat wohl halb versteckt
auch ihm eine Kerze zugesteckt."



Obwohl der letzte Geselle letzte Nacht gekommen ist, ist der Spuk noch nicht vorbei. Morgen wird der erste Weihnachtsmann, Stekkjastaur, wieder gehen. So wie Tag für Tag einer gekommen ist, geht auch Tag für Tag einer wieder. Kertasníkir, der Letzte, geht somit am 6. Januar.

Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Weihnachten

Gleðileg jól!
Fröhliche Weihnachten!

Die Isländer sind schon etwas Weihnachts-bescheuert. Es gibt zwar noch keine Produkte im September, aber seit Anfang November gibt es Weihnachtsmilch, -brot, -kakaomilch. Es gibt sogar Weihnachtsmalz. Das ist Malz mit etwas Fanta-ähnlichem gemischt. Und dann gibt es das Hvítöl, Weißmalz. Ich finde ja normalen Malz nicht so gut, aber das Hvítöl geht gar nicht. Aber alle anderen lieben es.

Weihnachtsbier und -malz

überhaupt nicht kitschig
Die Geschenke der Kids von den Verwandten sammeln wir in einem kleinen Raum. Die Kids wissen das auch. Da habe ich Sirry letztens gefragt, wie sie das dann Weihnachten machen. Ob die Kinder dann in ihre Zimmer gehen sollen, während wir die Geschenke hoch holen, das dann der Weihnachtsmann plötzlich da war. Ne, ne, ne. In Island wird es viel einfacher gehandhabt. Am heiligen Abend kommt kein Weihnachtsmann. Das konnte ich zuerst nicht glauben. Sie haben nur die 13 Weihnachtsmänner, die die letzten Tage über gekommen sind. Alle anderen Geschenke kommen von Eltern und Verwandten.

Da fragte Sirry mich, wie dumm deutsch Kinder eigentlich sein müssen, zu glauben, das die Geschenke nur vom Weihnachtsmann kommen, und nicht auch die Eltern etwas gekauft haben. Aber wenn selbst die Eltern etwas vom Weihnachtsmann bekommen, warum sollten sie da noch Geld ausgeben? Und dann meinte Sirry, ob denn von den Verwandten keine Geschenke kommen. Doch, wir gehen dann am 1. und 2. Feiertag zu den Verwandten und der Weihnachtsmann hat da auch Geschenke liegen gelassen, damit man nicht alles auf einmal auspackt. Sirry fand das lustig. Sie meinte dann, das sie dachte, das einige Geschenke vom Weihnachtsmann kommen, aber einige auch von den Eltern. Sie wusste nicht, das alles vom Weihnachtsmann kommt.

In ganz Europa bringt der Weihnachtsmann am 24. die Geschenke, nur in Island nicht.

Als die Familie noch in Hvanneyri gewohnt hat, kam am 24. am Nachmittag ein Weihnachtsmann und hat den Kids ein kleines Paket gegeben. Jetzt kommt das Geschenk "per Post". Da müssen meine Mädels dann aber genauso dumm sein, wie deutsche Kinder. Schließlich sind die Weihnachtsmänner die letzten 13 Tage zu uns gekommen, warum dann nicht auch am 24.?

Montag, 23. Dezember 2013

Þorláksmessa

Seit heute früh werden im Radio die Weihnachtskarten vorgelesen. Neben denjenigen, die nicht mehr schreiben können, werden auch grüße von firmen vorgelesen und von Personen, die, z.B. durch einen Todesfall, eine schlimme Zeit hatten und sich dann für die Unterstützung bedanke.

Danke an die Absender meiner Weihnachtskarten, Oma, Fam. Decker und noch wer. Ich frage mich echt, wer das ist. Ich glaube Tabea.

Die Þorláksmessa ist dem heiligen St. Þorlák Þorhallsson gewidmet.
Er war ein isländischer Bischof, der am 23.12.1193 gestorben ist. Er hat vor allem die isländische Kirche reformiert und wandte sich gegen die Sitten einflussreicher Herren.


Sein Todestag ist jetzt ein Feiertag in Island.
Es ist der letzte Tag, um Vorbereitungen für Weihnachten zu machen: Essen vorbereiten, Haus putzen, Baum schmücken... (was wir gestern schon teil gemacht haben).
Die Geschäfte haben dann sehr lange auf, bei uns in Þórshöfn glaube ich bis 23:00 Uhr, man gibt die letzten Weihnachtskarten ab, wird gesehen und macht noch die letzten Besorgungen vor Weihnachten.

In Þórshöfn treffen wir uns dann mit Anderen um einen großen Tannenbaum und singen isländische Weihnachtslieder. Dazu gibt es noch heiße Schokolade.

Geplant war, das die drei Weihnachtsmänner um 19:30 Ohr kommen sollen. Allerdings sind sie erst um 20:00 Uhr angekommen. Mit dem Polizeiwagen und Blaulicht. Schon ein cooler Auftritt. Kaum sind sie ausgestiegen, haben sie einen Radlader überfallen, der gerade zufällig Getränke transportiert haben. Den haben sie dann aber in Ruhe gelassen.

Nach einer kleinen Singrunde haben die Kinder Äpfel bekommen. Von Weitem fand Dagbjört die Weihnachtsmänner toll und hat immer "Ho, ho, ho" gemacht, wie ich es ihr beigebracht habe. Kam dann jedoch einer zu nah, fing sie an zu schreien. Dann waren sie ihr plötzlich unheimlich.


sogar mit Gummistiefeln
Nach der Vergabe der Äpfel waren sie auf dem Weg zum Supermarkt. Dabei treffen sie den Polizisten, der sie gefahren hat. Zwei lenken ihn ab, während der Dritte zum Polizeiauto rennt. Die anderen beiden kommen nach und es geht mit Blaulicht und Sirene los. Nach einer Runde halten sie und gehen in den Supermarkt. Aber, ihrer Unart getreu, packen sie alles in Säcke und gehen ohne bezahlen einfach raus. Kerzen, Fleisch, Süßigkeiten...
Die Kinder haben immer Sachen weggenommen und zurück an ihren Platz gestellt oder am Schluss ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen, damit sie nicht mehr raus können.



Berghildur, die Ältere, 9 Jahre, meinte zu Sirry, das die Weihnachtsmänner bestimmt nicht echt sind. Da ist sie sich sehr sicher. Als Sirry dann meinte, das er dann nächste Nacht nicht kommt, wenn sie nicht dran glaubt, war er plötzlich doch echt.

Die isländischen Weihnachtsmänner - Ketkrókur (Fleischangler)

Ketkrókur ist der Vorletzte, der Zwölfte. Er steckt einen langen Haken durch den Schornstein um das Hangikjöt, das hängende Fleisch, was am 1. und 2. Feiertag gegessen wird, zu angeln.


"Am Schornstein sitzt er, guckt herunter
und was er sieht, das macht ihn munter.
Im Rauchfang unten die fetten Happen,
den haken hat er, um sie zu schnappen.
Da fühlt sich mancher schlecht betrogen,
das Weihnachtsessen ist weggeflogen."


Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Sonntag, 22. Dezember 2013

Dekoration und Skata

Gestern war der kürzeste Tag des Jahres. So gegen 11:00 Uhr fängt es an, hell zu werden. So richtig hell, ist es aber meistens erst gegen 11 oder 12 Uhr. Und um 16:00 Uhr wird es auch schon wieder stockdunkel.

Ich habe den Tag gestern damit verbracht, Filme anzuschauen, erst "Drei Nüsse für Aschenbrödel", danach eine meiner DVDs. Im isländischen Fernsehen laufen kaum Weihnachtsfilme. Erst Freitag- und Samstagabend jeweils einer.

Heute haben wir dann den Tannenbaum dekoriert. Eigentlich wird es traditionell am Þorláksmessa-Tag gemacht, also morgen. Was das ist, dazu mehr morgen.
Da Sirry aber für die Stadt arbeitet, muss sie noch bis mindestens 15:00 Uhr im Büro sitzen. Daher haben wir es auf heute verschoben.

Neben der Tannenbaum-Dekoration haben wir auch den Rest des Hauses endlich dekoriert. Weitere Kekse wurden auch gebacken.

alle fleißig am helfen
Laufabrauð-Christbaumschmuck
Wie soll man bitte die Kirche machen?
die Katze tänzelnd über die Deko

Heute Abend gab es Skata (Gammel-Rochen). Der wird eigentlich auch erst morgen gegessen.
Weil Marias Gasteltern den vermutlich nicht machen, haben wir sie eingeladen. Wenn man schon in Island ist, dann aber auch richtig.
Da er so übelst stinken soll, habe ich mir extra alte Sachen angezogen.

Der Geruch war okay. Ich habe ihn mir schlimmer vorgestellt. Aber ich habe auch einen ekeligen Geruch erwartet. Gammel-Rochen-Geruch ist eher stechend.

das nasse Handtuch soll den Geruch verringern
sehr appetitlich
Und schmecken... Ich verstehe, warum Sirry den zum ersten mal richtig mit 18 Jahren gegessen hat. Der ist vielleicht stark. Ich habe ihn mit vielen Kartoffeln gegessen. Ohne wäre kaum gegangen.

Und die Mädels essen ja fast nichts, erst recht nichts Gewürztes. Und Ásgerður, die Mittlere, wollte tatsächlich noch etwas mehr.

Im Anschluss gab es dann noch Cognac. Ich wollte aber bloß ein halbes Glas haben.

Als ich dann beim Tisch abdecken geholfen habe, musste ich mich direkt über den Rochen lehnen. Da war der Geruch doch schlimmer, als beim essen.

Hai gab es auch wieder, aber den mag ich immer noch nicht so gerne.

Die isländischen Weihnachtsmänner - Gáttaþefur (Türenschnüffler)

Gáttaþefur ist der elfte Geselle, der letzte Nacht gekommen ist. Er hat eine lange Nase und kann Laufabrauð bis in die Berge riechen. Dann kommt er in die Städte getrippelt, folgt dem schwachen Geruch und steckt seinen Kopf durch den Türspalt, um den Geruch zu genießen.


"Statt zu schleichen, suchen, kriechen,
benutzt er die gute Nase zum Riechen.
Wo beute ist, hat er schon erraten,
hoch in den Bergen riecht er den Braten.
Zielsicher geht er direkt an die Tür,
die richtige, dafür hat er Gespür."


Gedicht: isländischer Weihnachtskalender