Kjartnabrik, ich bin mich nicht sicher, wie das geschrieben wird, ist das Lamm, das einem immer folgt, siehe letzter Post. Dieses Lamm durfte vor ein paar Tagen mit einem Schaf und einem anderen Lamm auf die Wiese. Das war so süß, wie es da herumgehüpft ist.
Heute meinte Júli dann, er habe ein neues Kind für mich zum aufpassen. Okay... Wie sich das herausgestellt hat, war das Kjartnabrik, was übersetzt so viel wie "verrückter Stock" bedeutet. Die kleine Halunkin ist durch den Zaun gerannt, als Juli gerade dabei war, zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Und hat ihn auf Schritt und Tritt verfolgt. Als er dann zum Mittagessen ins Haus wollte, wäre es ihr fast gelungen, sich auch durch die Tür zu quetschen. Stattdessen hat sie aber so lange davor gewartet, bis Júli das Haus wieder verlässt. Das war so lustig und knuffig.
Dagbjört hat die letzten Tage immer rungezickt, wenn sie in den Kindergarten sollte. Und das bereits Zuhause. Vor allem wenn man ausschlafen darf, ist das nicht so schön, um 7:30 Uhr geweckt zu werden. Gerade jetzt, wo die beiden älteren Mädels für 1,5 Wochen bei den Großeltern sind, ich also jetzt frei habe. Aber seit gestern heult Dagbjört nicht mehr, wenn sie los soll. Sirry gibt ihr wohl jeden Morgen den Schnuller, damit sie sich abregt und den Kindergarten vielleicht mit etwas Positiven verbindet. Was weiß ich. Auf jeden Fall habe Dagbjört sich nach dem Frühstück den Schnuller geschnappt und meinte "Kindergarten, Kindergarten". Jetzt kann ich endlich ausschlafen.
Als die beiden Älteren gestern gefahren sind, meinte ich dann, dass sie zu meinem Geburtstag ja gar nicht wieder da sein würden. Da waren sie kurz davor gewesen, die Reise abzusagen. Und Berghildur hatte ein ganz schlechtes Gewissen. Auch als sie in Norwegen mit Sirry waren, hatte Berghildur schon ein schlechtes Gewissen, da sie über mein einziges isländisches Osterfest nicht da waren.
Zum Glück habe ich sie nicht an die andere Sache erinnert. An meinem Geburtstag kommt nämlich die Kronprinzessin von Schweden nach Húsavik, was ca. 1,5 Stunden entfernt ist. Und da wollten die unbedingt hin. Und deren Lieblings-Theatergruppe kommt am 16.6 nach Þórshöfn. Das dürfen die gar nicht wissen, das die kommen. Aber Sirry meinte, sie alle würden dann im Sommer nach Húsavik fahren und sich das nochmal anschauen, so wie letztes Jahr (Húsavik Theater).
Übrigens macht mein Peysa (Pulli) schon große Fortschritte: Den Bauch habe ich schon fertig und den einen Ärmel zur Hälfte. Bei meinem Bauch-Teil habe ich aber ein kleinen Fehler gemacht. Ich habe die Stricknadeln einmal verkehrt herum gehalten. Ich habe zwar rechts gestrickt, es sieht aber so aus, als habe ich links gestrickt. Sooo schlimm ist es nicht. Bei den Ärmeln habe ich das dann absichtlich gemacht, das ich eine Runde links stricke, damit es halt zum Bauch-Teil passt. Aber da sieht das ein bisschen sch*** aus. Aber was solls. Ich finde es trotzdem sehr schön.
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Donnerstag, 12. Juni 2014
Sonntag, 8. Juni 2014
Verschiedenes
Wir haben bei uns im Stall ein Schaf, das bei der Geburt fast blind war. Deswegen wurde es von der Mutter abgestoßen. Dieses Lamm kann jetzt wieder sehen, und es rennt einem immer hinterher. Vor allem, wenn es hungrig ist. Und Dagbjört will es immer füttern. Die dreht komplett durch, wenn sie das machen darf.
Ich war mit Ásgerður und Berghildur letztens am Meer. Sie haben dort Gänseküken gesucht. Sie hatten schon drei gefunden, an einer anderen Stelle: eins ist kurze Zeit später verschwunden. Das zweite ist dann am Donnerstag gestorben. Die haben vielleicht geheult. Wäre der Hund oder die Katze gestorben, hätte ich das ja verstanden, aber Küken, die die erst für zwei Tage haben, da fand ich das etwas übertrieben. Aber die hatten auch keine Heizlampe, da ist das doch klar, das die nicht lange überleben. Das dritte Küken ist dann auch am Freitag gestorben. Da haben sie nicht geweint, denn Júli hat gedroht, wenn die nochmal deswegen so viel weinen, bringt er die nächsten Küken, die sie finden, sofort um.
Zur Zeit brüten dort Küstenseeschwalben, Krias. Die können sehr wütend werden uns picken dann gerne auf deinem Kopf rum. Daher sind wir die ganze Zeit mit einem riesen Stock in der Hand rumgelaufen.
Irgendwie war das Wasser sogar weniger. War das Ebbe? Eigentlich gibt es nur in den Westfjorden Ebbe und nicht hier bei mir.
| Wir haben um die 14 Eier gefunden. Aber zur Sicherheit keins mitgenommen. |
Jetzt wo Dagbjört im Kindergarten ist, habe ich viel Zeit zu stricken. So habe ich ein Paar Socken für mich gestrickt und bin seit letztem Mittwoch dabei, mir meinen zweiten Pulli zu stricken. Diesmal ist der zum Aufknöpfen und mit Hut. Eigentlich hätte er auch Taschen haben sollen, aber Sirry hat das noch nie gemacht, weswegen wir den Schritt überspringen.
| Hätte ich die Hacken und Zehen auch blau gemacht, hätte ich bestimmt nur ein Knäuel Rot gebracht. |
| Erst wird Hin-und zurück gestrickt, dann rund, wobei in der Mitte zwei Maschen links gestrickt werden. Dort wird der Peysa später aufgeschnitten. |
Mittwoch, 21. Mai 2014
Lämmchen
Ich habe seit einiger Zeit mein eigenes kleines Lämmchen. Die Mutter ist Dagbjörts Schaf, und da meinte ich zu dir: "Das Lamm gehört dir", und da sie noch nicht so gut sprechen kann meinte sie : "Das Lamm gehört dir". Ich dann "Dagbjört gehört dieses Lamm" und sie "Fenja gehört das Lamm." Also habe ich jetzt mein eigenes isländisches Lamm. Ich bin am überlegen, es Tjalda, nach meinem zweiten Vornamen, zu nennen. Tjalda ist übrigens auch isländisch und bedeutet übersetzt "zelten".
Ich war auch schon bei etlichen Geburten dabei. Aber ich habe mich immer geweigert, direkt zu helfen. Erst nach der Geburt. Zweimal habe ich dem Schaf das Lamm vor die Nase gesetzt und dann transportiere ich die Lämmer zwischendurch mal, da sie nach der Geburt in Einzelboxen mit der Mutter kommen, damit sie sich aneinander gewöhnen und nicht ein Lamm verloren geht.
Ich war auch schon bei etlichen Geburten dabei. Aber ich habe mich immer geweigert, direkt zu helfen. Erst nach der Geburt. Zweimal habe ich dem Schaf das Lamm vor die Nase gesetzt und dann transportiere ich die Lämmer zwischendurch mal, da sie nach der Geburt in Einzelboxen mit der Mutter kommen, damit sie sich aneinander gewöhnen und nicht ein Lamm verloren geht.
| Dagbjört tut so, als würde sie zählen |
| Hüpfendes Lamm |
| und noch ein Springer |
Am letzten Wochenende hatten Sarah und ich mit dem Wetter echt Glück. Es hat nur geregnet, wenn wir im Auto waren. Gestern hat es aber den ganzen Tag geregnet, sogar geschneit, heute hat es auch wieder geregnet und ein bisschen geschneit. Da ist sie zum richtigen Wochenende gekommen.
Dagbjört hatte heute ihren ersten Tag im Kindergarten. Gestern war sie für zwei Stunden mit Sirry da, und sie hat geheult, als sie nach Hause musste und alle anderen noch draußen gespielt haben. Eigentlich hieß es dann, ich solle heute und morgen anstatt Sirry mitgehen, aber jetzt haben wir noch weitere Unterstützung im Stall, weswegen Sirry heute auch mit war und morgen auch gehen wird. Aber vielleicht komme ich morgen doch mit, da ein Erzieher nicht da ist, da meinte Sirry, ich könne ja einspringen. Mal schauen.
Heute war Dagjört also den ganzen Tag im Kindergarten, von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr, die anderen Kinder werden um 16:00 Uhr abgeholt. Daher hat sich Dagbjört natürlich wieder geweigert, mit nach Hause zu kommen.
Sonntag, 11. Mai 2014
Lämmer
Seit wenigen Tagen gibt es auch bei uns im Stall die ersten Lämmer. Gestern, als Júli den Schafen was gegen die Würmer gegeben hat, habe ich ein echt süßes Lamm gesehen: schwarze Beine und Kopf und weißer Körper. Heute habe ich dieses Lamm wieder gesucht, aber nicht gefunden. Also Sirry gefragt. Die grinst nur blöd. Das Lamm hatte ein falsches Fell. Ihm wurde das weiße Fell eines toten Lamms übergezogen, damit die Mutter das fremde Lamm annimmt. Aber da das Fell, weil es ja halt nicht "echt" ist, nach einer Weile stinkt, wurde das Lamm heute wieder ausgezogen. Daher konnte ich das auch nicht finden.
Die Mutter hat das fremde Lamm aber, nachdem das Lamm nur sein schwarzes Originalfell hatte, nicht mehr angenommen. Da musste eine andere Essatzmami her.
Die Mutter hat das fremde Lamm aber, nachdem das Lamm nur sein schwarzes Originalfell hatte, nicht mehr angenommen. Da musste eine andere Essatzmami her.
Sirry und Júli sind jetzt immer nachts im Stall, Júli bis 4:00 Uhr, Sirry löst ihn dann ab. Das heißt für mich: Ich muss zu Dagbjört gehen, wenn sie nachts schreit. Aber wenn sie nachts schreit, kommt Sirry und holt sie zu sich mit ins Bett. Was sollte ich dann machen? Sie in mein Bett holen? Mit ihr im Ehebett schlafen?
Wir haben uns jetzt dafür entschieden, das ich im Ehebett schlafe, dann mit Dagbjört, da es nicht sicher war, ob sie mit nach unten in mein Bett will und ich so nicht die Treppe hochstolpern muss, und Sirry und Júli schlafen in meinem Zimmer.
Dagbjört ist dann letzte Nacht um 3:00 Uhr aufgewacht und hat dann ständig geredet, mich gekitzelt und sonst was gemacht. Sie war länger als eine Stunde wach. Ich konnte dann halt auch nicht ganz so gut schlafen. Getreten hat sie mich dann auch noch später. Allgemein habe ich in der gesamten Nacht vielleicht fünf Stunden geschlafen. Sirry meinte, wir könnten das am Wochenende dann ja auch so machen, das ich Dagbjört dann immer zwischendurch habe, sofern sie will. Dann meinte ich aber, dass nächstes Wochenende ja vielleicht Sarah zu Besuch kommt. Dann will ich eigentlich ungerne noch auf Dagbjört aufpassen und nachts nach ihr schauen. Aber wir kriegen jetzt so viel Besuch, vielleicht kann dann ja jemand anders mal Sirrys Schicht ablösen.
Sirrys Schwester aus Norwegen ist mit ihren Kindern jetzt auch hier. Eigentlich haben die in Norwegen noch keine Ferien, aber gerade die Lammsaison ist so spannend und wichtig, das sie halt hergekommen sind.
Jetzt steht auch gerade meine Gastcousine, die im nächsten Ort wohnt, hier neben mir in der Küche und macht Pfannkuchen.
Wir haben jetzt Mitte Mai und gerade einmal 1°C. Ich werde mich NIE wieder über das deutsche Wetter beschweren.
| das Weihnachtsessen hat sich in unseren Garten verirrt |
Samstag, 3. Mai 2014
1. Mai
Zum 1. Mai haben, so wie in Deutschland, alle frei. Ist ja schließlich "Tag der Arbeit", auch hier in Island. Aber hier gibt es nicht die Tradition des Maibaumsetzens. Mal davon abgesehen, das es hier keine Bäume gibt. Am 1. Mai macht die Familie am Morgen meistens einen Spaziergang. Wir haben aber keinen gemacht.
Stattdessen ging es in den Schafstall. Die ersten Lämmer sind nämlich da. Die Lämmer, die früh dran sind, sind bei Axel im Stall und wir haben die Spätzünder. So können wir alle noch eine Woche schlafen, während Axel und Familie eine Woche eher durchschlafen können. Es muss nämlich rund um die Uhr jemand im Stall sein. Und als ich dann mit Dagbjört im Stall war, wollte sie erst ein Lamm haben. Also kam Axel mit einem Lamm auf dem Arm und dann wollte sie plötzlich doch nicht mehr.
Und Björgvin, 2 Jahre, Dabgjörts Cousin, der ist ein kleiner Chaot, hat dem einen Lamm seine Finger zum Schnuppern gegeben. Da blökt das Lamm und Björgvin rennt schreiend weg. Sonst erschreckt dem nichts so schnell.
Stattdessen ging es in den Schafstall. Die ersten Lämmer sind nämlich da. Die Lämmer, die früh dran sind, sind bei Axel im Stall und wir haben die Spätzünder. So können wir alle noch eine Woche schlafen, während Axel und Familie eine Woche eher durchschlafen können. Es muss nämlich rund um die Uhr jemand im Stall sein. Und als ich dann mit Dagbjört im Stall war, wollte sie erst ein Lamm haben. Also kam Axel mit einem Lamm auf dem Arm und dann wollte sie plötzlich doch nicht mehr.
Und Björgvin, 2 Jahre, Dabgjörts Cousin, der ist ein kleiner Chaot, hat dem einen Lamm seine Finger zum Schnuppern gegeben. Da blökt das Lamm und Björgvin rennt schreiend weg. Sonst erschreckt dem nichts so schnell.
Anschließend haben die Kids draußen noch ein bisschen "gebacken".
Und ich bin gerade dabei, Sirrys Garten zu verschönern. Das ganze Beet ist mit Gras zugewuchert. Ich habe was zu tun und Sirry freut sich, das sie es nicht machen muss. Sie hat ja sowieso kaum Zeit. Vermutlich wäre ich mit dem Garten überhaupt nicht angefangen, aber die Kids wollten ihre Samen einpflanzen. Und dann habe ich gedacht, ich mache einfach weiter. Und sonst habe ich Gartenarbeit gehasst. Aber jetzt macht es beinahe Spaß. Vielleicht weil es nicht so heiß ist, oder weil ich es nicht machen MUSS, sondern es freiwillig mache.
Dienstag, 10. Dezember 2013
Verschiedenes
Heute habe ich Júli im Stall etwas zugeschaut und mir auf den Weg dorthin beinahe mindestens zehn mal die Knochen gebrochen. Das war vielleicht glatt. Júli meinte dann, er hätte Spikes für die Schuhe. Toll, ich aber nicht.
Am Abend war ich dann beim Friseur. Allein dafür würde ich jedes Jahr wieder kommen. Sie hat so gut gearbeitet und irgendwie locker. Ich kann es nicht so richtig beschreiben. Das kenne ich von meinem deutschen Friseur nicht. Mit rund 30€ ist es zwar etwas hoch, aber wir sind schließlich auch im Niemandsland.
Da ist vielleicht was weggekommen. Wenn man ein Bild von Ende November mit jetzt vergleicht:
Und dann möchte ich euch schonmal vorwarnen. Ab morgen gibt es nämlich meinen persönlichen Adventskalender über die 13 isländischen Weihnachtsmänner.
Ob die NSA mich wohl auch ausspioniert? Ich habe mehr Aufrufe aus den USA als aus Deutschland.
Am Abend war ich dann beim Friseur. Allein dafür würde ich jedes Jahr wieder kommen. Sie hat so gut gearbeitet und irgendwie locker. Ich kann es nicht so richtig beschreiben. Das kenne ich von meinem deutschen Friseur nicht. Mit rund 30€ ist es zwar etwas hoch, aber wir sind schließlich auch im Niemandsland.
Da ist vielleicht was weggekommen. Wenn man ein Bild von Ende November mit jetzt vergleicht:
| vorher: schön lang |
| nachher: sehr kurz Wo sind meine Haare geblieben? |
Ob die NSA mich wohl auch ausspioniert? Ich habe mehr Aufrufe aus den USA als aus Deutschland.
Sonntag, 3. November 2013
Die letzen Tage
Jetzt kommt erst einmal ein kleiner Wochenpost.
Die Kids haben gerade Herbstferien. Das ist aber bloß ein verlängertes Wochenende, also Freitag und Montag frei. Dafür haben sie aber ja auch beinahe drei Monat Sommerferien.
Ásgerður ist ihre Windpocken zum Glück losgeworden, dafür kämpft sie zur Zeit mit ihrem Magen.
Ich habe mit Ásgerður Weihnachtskekse gebacken. Und die schmeckten auch noch wie Weihnachten, da da Zimt und Nelken drin waren. Ende Oktober ist aber eigentlich ja noch etwas früh. Aber egal. Sie schmecken ja.
Letztens wurde bei uns auch selber geschlachtet. Das hieß für mich, Gehacktes in Tüten packen zu jeweils 700 Gramm. Das war vielleicht eine Arbeit.
Aus der zweiten Ladung Gehacktes, hat Sirry dann Hamburgerbouletten gepresst.
Die Kids haben am Donnerstag natürlich auch schön Halloween gefeiert. Dazu wurde die ganze Schule in das Gemeinschaftshaus eingeladen. Die älteren Jahrgänge haben dann auch noch eine Geisterbahn organisiert. Ich bin da allerdings nicht mit hingegangen, da es eine Kostümpflicht gab und ich meinen Koffer nicht nach Halloween und Karneval ausgelegt habe. Daher wusste ich einfach nicht, was ich anziehen sollte.
Und heute Nachmittag war Dagbjört ganz lieb zu mir. Erst habe ich mich aus Spaß auf den Fußboden gelegt und sie kommt und gibt mir Kissen und eine Decke. Und als ich dann nach einem Teddy gefragt habe, gibt sie mir alles, was sie findet.
Im Anschluss hat sie sich noch selber neben mich gelegt und so getan, als würde sie schlafen.
Danach wurden noch schön meine Haare gebürstet. Manchmal ist sie wirklich extrem zum anbeißen.
Die Kids haben gerade Herbstferien. Das ist aber bloß ein verlängertes Wochenende, also Freitag und Montag frei. Dafür haben sie aber ja auch beinahe drei Monat Sommerferien.
Ásgerður ist ihre Windpocken zum Glück losgeworden, dafür kämpft sie zur Zeit mit ihrem Magen.
Ich habe mit Ásgerður Weihnachtskekse gebacken. Und die schmeckten auch noch wie Weihnachten, da da Zimt und Nelken drin waren. Ende Oktober ist aber eigentlich ja noch etwas früh. Aber egal. Sie schmecken ja.
Letztens wurde bei uns auch selber geschlachtet. Das hieß für mich, Gehacktes in Tüten packen zu jeweils 700 Gramm. Das war vielleicht eine Arbeit.
Aus der zweiten Ladung Gehacktes, hat Sirry dann Hamburgerbouletten gepresst.
Die Kids haben am Donnerstag natürlich auch schön Halloween gefeiert. Dazu wurde die ganze Schule in das Gemeinschaftshaus eingeladen. Die älteren Jahrgänge haben dann auch noch eine Geisterbahn organisiert. Ich bin da allerdings nicht mit hingegangen, da es eine Kostümpflicht gab und ich meinen Koffer nicht nach Halloween und Karneval ausgelegt habe. Daher wusste ich einfach nicht, was ich anziehen sollte.
Und heute Nachmittag war Dagbjört ganz lieb zu mir. Erst habe ich mich aus Spaß auf den Fußboden gelegt und sie kommt und gibt mir Kissen und eine Decke. Und als ich dann nach einem Teddy gefragt habe, gibt sie mir alles, was sie findet.
Im Anschluss hat sie sich noch selber neben mich gelegt und so getan, als würde sie schlafen.
Danach wurden noch schön meine Haare gebürstet. Manchmal ist sie wirklich extrem zum anbeißen.
Und jetzt meine aktuelle Strickarbeit. Ich bin mit meiner Tasche schon recht weit.
Als ich Sirry dann gebeten habe, mir links stricken beizubringen, hat sie mich erst einmal schief angeschaut. Dank einem Onlinewörterbuch konnte ich ihr dann zum Glück helfen. Im Isländischen hat es nämlich nichts mit links und rechts zu tun. Ich glaube, außerhalb des Strickens gibt es die entsprechenden Wörter auch nicht.
Zur Zeit kommt im Fernsehen ständig etwas über die isländischen Baderegeln. Scheinbar wollen Ausländer nicht vor dem Schwimmen duschen. Dann wurde eingeblendet, wie man sich außerhalb von Island umzieht. Alles schööön verstecken. Schön mit Handtuch beim Umziehen arbeiten. Júli fängt an zu lachen. Ich meinte nur, dass das wirklich so ist in den Gruppenumkleiden. Und Sirry fragt mich, warum wir denn nicht vor dem Schwimmen duschen, so wie es in dem Bericht hieß. Ich meinte dann, dass die Dusche vor dem Schwimmen nur sehr kurz ist und das Problem der Ausländer nicht die Dusche, sondern die Nacktdusche ist.
Und zum Abschluss, um gut in die Woche zu starten, ein Video der isländischen Versicherung VÍS. Alle diese Sachen sind wirklich mal passiert. Der Fernseher und das Wasserbett finde ich am Besten.
Dienstag, 17. September 2013
Und nochmehr Schafe
Am Samstag Morgen mussten wir erst die Schafe von der Weide in die Außenboxen treiben, die wir am Tag zuvor geholt haben,
da die nämlich sortiert werden sollten. Nachdem ich eine Zeit lang nur zugeschaut habe, hat Sirry mich förmlich dazu gezwungen, mitzuhelfen. Dabei kann man an der Ohrmarke erkennen, zu welchem Hof das Schaf gehört. Unser Hof fängt mir der 26 an. Als ich dann das nächste Schaf alleine gemacht habe, habe ich die 26 erkannt und wollte wieder zu der entsprechenden Box gehen. Sicherheitshalber habe ich aber Katrín, Sirrys Schwester, nochmal gefragt. Welch ein Glück. Wir haben nämlich zwei Boxen, eins für die zum leben bestimmten Schafe, und eine für die Schlachtschafe. Das wusste ich vorher nicht. Das Schaf, was ich zu diesem Zeitpunkt hatte, war nämlich fürs leben bestimmt und ich hätte es beinahe in die Totenbox gesteckt.
| Es wird förmlich auf den Schafen geritten, um sie zu transportieren |
![]() |
| Meine Handschuhe sind auch überhaupt nicht zu groß |
| Die Teppiche sind alle noch selbstgemacht |
Nach dem Mittag haben wir dann noch mehr Schafe von einer Nachbarfarm hergetrieben, dafür brauchten wir mindestens eine halbe Stunde.
Ich brauchte dabei nicht laufen, da Sirry mit dem Pick-Up gefahren ist und auf der Ladefläche einige Kinder waren. Sie wollte die Kinder logischerweise nicht alleine da oben lassen, also musste ich mit hoch.
Auf unserer Farm ging es dann nochmal ans Schafe sortieren. Katrín hat auch Fotos von mir in Action gemacht, die habe ich vor ihrer Abfahrt aber nicht bekommen. Eigentlich wollte ich so viele Schafe gar nicht fangen, aber Katríns Tochter Hafrún hat sich an meine Fersen gehängt und wollte unbedingt Schafe fangen, natürlich auch die allergrößten, obwohl nur die Lämmer sortiert wurden. Ich hatte am Abend auch einige blaue Flecke, die im Vergleich mit Sirrys echt mickrig sind. Ihre sahen mehr wir Blasen aus.
Die Flecke konnten wir am Abend nämlich schön alle bewundern, da das Schwimmbad extra für uns am Abend geöffnet hatte. Wahrscheinlich sind außerhalb des Schwimmunterrichts (wahrscheinlich nicht mal da) so viele Leute auf einmal schwimmen. Das waren bestimmt 30 Gäste!!
Es waren auch zwei Schafe aus einem komplett anderen Gebiet mit dabei. Auch das kann man einfachheitshalber an den Ohrmarken erkennen.
Katríns Kinder heißen Bergrós und Hafrún, Bergrose und Meeresrune. Warum können deutsche Kinder nicht so schöne Namen habe. An dieser Stelle danke an Mama. Ich bin immer noch am überlegen, mein Name bei Facebook in "Sumpf Zelten Bruns" umzuändern. Dann können nicht nur die Isländer über den Namen lachen.
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