Samstag, 14. Dezember 2013

Die isländischen Weihnachtsmänner - Stúfur (Stöpsel)

Stúfur ist der dritte in der Reihe der Weihnachtsmänner und auch der Kleinste, wie der Name schon sagt. Er liebt die angebrannten Reste in den Pfannen.

Die 13 Weihnachtsmänner machen ja nur Unfug, aber was daran jetzt so schlimm sein soll, weiß ich nicht. Ich wäre über die gesparte Arbeit froh. Außer vielleicht, wenn er eine Pfanne klaut, falls Jemand kommt. Das wäre nicht so toll.


"Gerade weil so klein geraten, 
giert es Stöpsel nach dem Braten.
In des Hungers Zauberbanne
starrt er auf die große Pfanne.
Er wartet nur auf Gelegenheit,
dann stibitzt er eine Kleinigkeit."


Kommt da wer?
Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Freitag, 13. Dezember 2013

Die isländischen Weihnachtsmänner - Giljagaur (Schluchtenkobold)

Giljagaur versteckt sich in der Scheune und nascht den Milchschaum von der Kuhmilch, wenn keiner in der Nähe ist.


"Er kennt sich aus bei den Kühen im Stall,
kein Bulle in Sicht, ein glücklicher Fall.
Hier gibt es in Fülle direkt vom Schrank,
die leckere Milch, sein Lieblingstrank.
Sie spritzte schon aus der Zitze als er fand,
dass die Kuh auch richtig zu treten verstand."

Da wir keine Kuh haben, musste ich halt etwas improvisieren:


Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die isländischen Weihnachtsmänner - Stekkjastur (Schafenschreck)


Die richtige deutsch Übersetzung für die isländischen Männchen zu finden, ist schwierig, daher nicht wundern, wenn ihr woanders anderen Namen lesen solltet.

Heute kommt Stekkjastur. Er ist der Älteste der 13 Brüder. 
Er liebt die Schafsmilch, hat aber mit seinen steifen Beinen, einige Probleme, an sie ranzukommen.


"Sein liebster Streich ist die Schafe zu stören,
ihr ängstliches Jammern und Blöken zu hören.
Gar friedlich fressen die Schäfchen ihr Heu,
als schleicht er herein, seiner Unart getreu.
Dann stürmt der Widder zum Schafenschreck
und stößt den Ärmsten flugs in den Dreck."


Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Bingo!

Heute Abend haben wir in einer riesigen Schule für bloß 6 Schüler Bingo gespielt. Es waren aber mehr als nur sechs Eltern da.

Ich habe das erste Spiel gewonnen und das Zweite auch. Allerdings haben diese beiden Spiele auch noch andere gewonnen, weswegen es zum Stechen kam und ich verloren habe. Beim ersten Spiel habe ich Handschuhe made in Þórshöfn bekommen, anstatt einer Lichterkette, schade, im zweiten Spiel ein Füller und ein Kugelschreiber anstelle eines Mikroskop-Sets.

Später habe ich noch ein Spiel gewonnen. Da habe ich den Hauptpreis bekommen: drei Paar Handschuhe, wieder made in Þórshöfn, und Trockenfisch. Die Handschuhe hätte ich lieber ins Weihnachtspaket zu Mama und Papa schicken sollen. Und über den Trockenfisch freut sich Júlíus. Ich finde den so widerlich. Der ist halt wirklich trocken und zäh und fasrig. Das man das nur essen kann. Und dazu wird eine zentimeterdicke Schicht Butter darauf geschmiert. Aber weicher macht es den Fisch auch nicht.
Es gab zu jedem zweiten Preis diesen Trockenfisch mit dazu.



Die Eine, die bei mir mit am Tisch saß, hat ein Farbstift bekommen, um Schafe zu markieren. Sie war in meinem Alter. Und der eine Junge hat ein Rasiere bekommen, 10 Jahre zu früh. Das war schon lustig.

Die isländischen Weihnachtsmänner - die Eltern

In Island gibt es 13 Weihnachtsmänner. Der Erste kommt am 12. Dezember aus den Bergen, der Letzte am 24, um die Menschen zu erschrecken und zu beklauen.
Nacheinander gehen sie auch alle wieder. Der Erste geht am 25. Dezember, der Letzte am 6. Januar.
Die Kinder bekommen dann auch jeden Tag den Stiefel mit Kleinigkeiten gefüllt. Das ist natürlich auch viel teurer als nur einmal an Nikolaus (was hier nicht gefeiert wird).

Dabei treiben die Weihnachtsmänner oder -wichtel sehr viel Schabernack im Tal. Was sie machen, werde ich in den folgenden Tagen bis Weihnachten schreiben.
Vermutlich wurden die gemeinen Männer eingeführt, so Júlis Theorie, weil man in früheren Zeiten alles brauchte, gerade in der Winterzeit. So wurden die Kinder dazu gebracht, lieb zu sein und zu schauen, ob denn noch das ganze Essen da ist.

Heute fange ich dann mit den Eltern der Weihnachtsmänner an.
Die Eltern der Weihnachtsmänner sind ein unangenehmes Paar. Grýla, die Mutter, ist groß und hässlich und ihr Lieblingsessen ist Fleisch von unartigen Kindern. Sie ist daher vor Weihnachten immer auf der Suche nach bösen Kindern. Ihr Mann ist klein und ist die meiste Zeit faul in der Höhle. Dazu haben sie noch die Weihnachtskater als Haustier. Wenn jemand zu arm ist und sich nicht einmal ein Paar neue Socken kaufen kann, kommt die Katze und schnappt einen - oder wenigstens das Weihnachtsessen.


"Hoch in Islands blauen Bergen
wimmelt's von Riesen, Gnomen und Zwergen.
Da steht auch in einer Höhle am Feuer,
Mutter Grýla, das Ungeheuer.
Hungrig wartet der faule Vater, 
und noch ein Biest, der Weihnachtskater.

Bald rührt sich was in der Höhlenschlucht,
es wird gekichert, gegähnt und geflucht,
ein lautes Schimpfen, Lärm und Krach,
jetzt werden die Weihnachtsmännchen wach.
Schwankend und wankend, vom Schlaf betrunken,
stehen sie auf, die kleinen Halunken.

Es schert sie ein' Deut, ob es hagelt oder schneit, 
jetzt kommt ja die heitere Weihnachtszeit.
Sie stürzen sich alle mit Jubelgeschrei,
auf Mutter Grýlas garstigen Brei.
Dies ist als einfaches Frühstück gedacht,
bei den Menschen wird reichere Beute gemacht.

Es lockt diese Burschen ein hehres Ziel,
köstliches Essen - und möglichst viel.
Der Weg aus dem Hochland ist lang und schwer,
der fauchende Kater schleicht hinterher.
Sie brechen auf, nicht mit einem Schlag,
sondern jeder einzeln, Tag für Tag."

Ich habe Michelle versprochen, mich jeden Tag als einen anderen Weihnachtsmann zu verkleiden, daher:



Gedicht: isländischer Weihnachtskalender

Dienstag, 10. Dezember 2013

Verschiedenes

Heute habe ich Júli im Stall etwas zugeschaut und mir auf den Weg dorthin beinahe mindestens zehn mal die Knochen gebrochen. Das war vielleicht glatt. Júli meinte dann, er hätte Spikes für die Schuhe. Toll, ich aber nicht.



Am Abend war ich dann beim Friseur. Allein dafür würde ich jedes Jahr wieder kommen. Sie hat so gut gearbeitet und irgendwie locker. Ich kann es nicht so richtig beschreiben. Das kenne ich von meinem deutschen Friseur nicht. Mit rund 30€ ist es zwar etwas hoch, aber wir sind schließlich auch im Niemandsland.

Da ist vielleicht was weggekommen. Wenn man ein Bild von Ende November mit jetzt vergleicht:

vorher: schön lang
nachher: sehr kurz
Wo sind meine Haare geblieben?
Und dann möchte ich euch schonmal vorwarnen. Ab morgen gibt es nämlich meinen persönlichen Adventskalender über die 13 isländischen Weihnachtsmänner.

Ob die NSA mich wohl auch ausspioniert? Ich habe mehr Aufrufe aus den USA als aus Deutschland.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Weihnachtskarten

In Island ist es Tradition, Weihnachtskarten zu verschicken. An JEDEN, den man kennt. 
Wenn man aus gesundheitlichen Gründen, oder warum auch immer,  keine Karte schreiben kann, liest das Radio jeden Tag etliche Karten vor.

Sirry verschickt über 80 Karten, Marias Gastmutter hat über 100 geplant. Ich habe mich auf 20 beschränkt. 
Sirry wird die Briefe vermutlich über Luftpost verschicken, die 2€ mehr oder weniger. Sie werden also vermutlich im Laufe der Woche ankommen.

mein Lieblingsmotiv
Wenn ihr dann einer der glücklichen Empfänger seid, ist es strengstens verboten, diese Karte vor Weihnachten zu öffnen. Wir haben einen extra Postkasten dafür, in dem wir die Karten bis Weihnachten sammeln.


Samstag, 7. Dezember 2013

Nikolaus und Laufabrauð

Zur Zeit läuft im Fernsehen ein Adventskalender. Es geht um einen Jungen, der durch einen Tunnel an einen anderen Ort und in eine andere Zeit kommt. Weil er den Schnee an diesen Ort bringt, wird er König. Einer seiner Hofleute meinte dann: Morgen ist Nikolaus. Und der Junge wusste nicht, was Nikolaus ist. 
In Island gibt es nämlich keinen Nikolaus. Da habe ich den Kids erzählt, das wir das in Deutschland feiern und er Schokolade und anderes bringt. 

Am Abend vor Nikolaus war ich dann schön am Stutenkerle backen.


Und Dagbjört hat es am nächsten Morgen zuerst gesehen und macht "Mhm". Dann kommt Ásgerður und die dreht komplett durch. "Da ist was auf dem Tisch. Weihnachtsmänner und Pfefferkuchen. Können wir die essen?" Und Sirry und ich spielen die Ahnungslosen. 
Im Anschluss meinte ich dann, weil Maria und ich ja aus Deutschland sind, ist der auch zu uns gekommen und weil er so lieb ist, hat er allen etwas gebracht. 

Der Weihnachtsmann von Dagbjört wurde
im Nachhinein durch den Kaputten ersetzt.
Der Heile ist doch etwas groß.
An dem Tag haben die Kids in der Schule gebastelt und durften Kekse mitnehmen und dann wurde in der Schule heiße Schokolade dazu getrunken. Da haben die Mädels natürlich den Stutenkerl mit zur Schule genommen. Und sie fanden ihn sehr lecker.

Dagbjört wollte ihren nicht anrühren. Sirry und ich mussten zum Frühstück unsere opfern. Nach einer Weile hat sie ihren dann aber doch gegessen.

Dagbjört hat gestern Nachmittag Ohrenschmerzen bekommen. Dementsprechend war sie auch schlecht gelaunt. 

Heute haben wir wieder laufabrauð gemacht, diesmal Zuhause. 150 Stück. Irgendwann macht man nur noch ein einzelnen Strich, damit man schneller fertig ist. 


das Grinsen sieht ein wenig gemein aus

ein Weihnachtsmann
Ich konnte heute etwas probieren. Normalerweise wird das Brot nämlich NUR zu Weihnachten mit Butter gegessen. Aber da waren einige Reste, die auch mit frittiert wurde, die haben wir dann so gegessen.

So besonders schmeckt das eigentlich nicht. Aber ist halt Tradition.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Von wegen Orkan "Xaver"

In Deutschland herrscht Orkan "Xaver". In Island wäre wahrscheinlich jeden Tag Orkanmeldung. Hier kann es nämlich sehr schnell sehr stürmisch sein. 

Zur Zeit haben wir solche Schneewehen, man kann rein gar nichts mehr sehen. 

Über die Nacht ist es so kalt geworden und so stürmisch, der Schnee ist an die Häuser geweht und dort festgefroren. Wir hatten heute -10°C. 


Der Wind kam von links. Zentimeterdicke Schneeschicht.



Wo sind die Fenster?
Mehr schlecht als recht: die Pusteln
sind gefrorener Schnee an der Wand.
wenn man die Tür öffnet

Sonntag, 1. Dezember 2013

1. Advent

Heute früh haben wir das Haus weiter dekoriert.
Was macht Dagbjört? Sie holt sich ein Stuhl, schiebt den zum Schrank auf dem das Knusperhaus steht und bricht den Zaun ein. Auf der einen Seite war sie happy, das sie da ankommt, auf der anderen Seite konnte sie es nicht genießen, da die Mädels gleich mit ihr geschimpft haben. Da hat sie heulend gegessen.

Es kamen weihnachtliche Gardinen an die Küchenfenster und die Adventskerzen wurden aufgestellt.



Am Nachmittag hatte dann die Band von Sirrys Schwägerin in der Kirche ein kleines Konzert. Es war richtig gut, auch wenn neben einigen Weihnachtsliedern auch Sommerlieder gespielt wurden.


Das Licht hat dabei im Sekundentakt die Farbe gewechselt. 
Und die Kirche ist so schön. Recht klein, modern, aber die Fenster sind leider nicht bunt.
Auf meine Frage, ob die Kirche für die ganze Stadt denn groß genug ist, meinte Sirry, ja, nur bei Beerdigungen müssen einige in das Untergeschoss und es gibt eine Fernsehübertragung. Zu Weihnachten könnte es bestimmt auch eng werden.

Da Dagbjört noch geschlafen hat, ist Júli zu Hause geblieben. Aber faul war er natürlich nicht. Als wir wiedergekommen sind, waren alle Schlafzimmerfenster schön beleuchtet.


Vielleicht ziehe ich in der Nacht aber den Stecker. Ich konnte letzte Nacht schon nicht einschlafen, weil es so hell draußen war. Und jetzt mit den Lichtern vorm Fenster wird es noch schwieriger.

Dagbjört hat dann heute Abend ihren Kalender geöffnet. Das war so süß. Die Schokostücke sind ja nicht groß und sie hat wirklich nur ganz kleine Bisse gegessen. Aber Sirry und mir hat sie nichtsdestotrotz etwas angeboten. Natürlich haben wir abgelehnt.